Zoloft (Sertralin): Therapie bei Depressionen und Angststörungen

Zoloft enthält den Wirkstoff Sertralin und ist ein häufig verschriebenes Antidepressivum. Es zählt zur Medikamentenklasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI. Ärzte setzen es zur Therapie diverser psychischer Leiden ein. Die Anwendungsgebiete umfassen schwere Depressionen, Zwangsstörungen, Panikstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), soziale Angststörungen sowie die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS).

Sertralin greift gezielt in den Serotoninhaushalt des Gehirns ein und hilft, das chemische Gleichgewicht wiederherzustellen. Dadurch können sich die Stimmung aufhellen, Ängste abnehmen und andere Symptome bessern. Im Vergleich zu älteren Antidepressiva gilt Zoloft als wirksam und hat oft ein verträglicheres Nebenwirkungsprofil.

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Was ist Zoloft und wofür wird es angewendet?

Zoloft ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Sein Wirkstoff ist Sertralinhydrochlorid. Es wird Erwachsenen, aber auch Kindern und Jugendlichen zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen verordnet. Die Therapie zielt darauf ab, die Balance des Botenstoffs Serotonin im Gehirn wiederherzustellen. Serotonin beeinflusst maßgeblich die Stimmung, Emotionen und das Verhalten.

Die zugelassenen Anwendungsgebiete für Erwachsene sind:

  • Major Depression (MDD)
  • Zwangsstörung (OCD)
  • Panikstörung (PD)
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Soziale Angststörung (SAD)
  • Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren ist die Anwendung von Zoloft nur zur Behandlung von Zwangsstörungen genehmigt.

Wie Zoloft wirkt: Der Wirkmechanismus

Sertralin blockiert gezielt die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin (5-HT) in die Nervenzellen. Im Normalfall nehmen die Nervenzellen einen Teil des freigesetzten Serotonins wieder auf. Durch die Blockade dieses Prozesses durch Sertralin steigt die Menge an verfügbarem Serotonin zwischen den Nervenzellen. Diese erhöhte Konzentration verstärkt die serotonerge Aktivität. Es wird angenommen, dass dies die Stimmung verbessert und die Symptome von Depressionen und Angststörungen lindert.

Die Wirkung von Sertralin ist sehr spezifisch auf Serotonin ausgerichtet. Andere Botenstoffe wie Noradrenalin oder Dopamin beeinflusst es kaum. Diese hohe Selektivität ist ein Grund für das oft bessere Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu älteren Antidepressiva.

Dosierung und richtige Anwendung

Die Dosis von Zoloft wird für jeden Patienten individuell festgelegt. Sie hängt von der Erkrankung und dem Ansprechen auf die Behandlung ab. Üblicherweise startet die Therapie mit einer geringen Dosis, die der Arzt dann schrittweise steigern kann.

  • Major Depression und Zwangsstörung: Die Anfangsdosis beträgt üblicherweise 50 mg einmal täglich.
  • Panikstörung, PTBS und soziale Angststörung: Die Behandlung beginnt oft mit 25 mg einmal pro Tag. Nach einer Woche wird die Dosis auf 50 mg täglich erhöht.
  • Prämenstruelle dysphorische Störung: Die Einnahme kann durchgehend (50 mg täglich) oder nur in der zweiten Zyklushälfte (Beginn 14 Tage vor der Menstruation) erfolgen.

Ärzte passen die Dosis meist in Schritten von 25 mg oder 50 mg an, mit einem Abstand von mindestens einer Woche. Die Höchstdosis liegt für alle Anwendungsgebiete bei 200 mg pro Tag. Sie können die Tabletten unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Eine Einnahme zum Essen kann jedoch Magenproblemen wie Übelkeit vorbeugen.

Mögliche Nebenwirkungen von Sertralin

Wie jedes Medikament kann auch Zoloft Nebenwirkungen verursachen. Nicht jeder Patient ist davon betroffen. Häufig sind die Beschwerden mild und klingen ab, sobald sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt hat.

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Magen-Darm-Trakt: Übelkeit (sehr häufig), Durchfall, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen
  • Nervensystem: Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Zittern
  • Sexuelle Funktion: Verminderte Libido, Ejakulationsstörungen, Anorgasmie
  • Sonstiges: Verstärktes Schwitzen, Unruhe, Appetitveränderungen

Ernsthafte Nebenwirkungen: Achten Sie auf Anzeichen schwerwiegender Nebenwirkungen. Dazu zählt das Serotonin-Syndrom, eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Reaktion auf einen Serotoninüberschuss. Typische Symptome sind starke Unruhe, Halluzinationen, Herzrasen und Muskelversteifungen. Besonders zu Beginn der Therapie kann das Risiko für Suizidgedanken steigen. Dies betrifft vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Weitere ernste Risiken sind eine erhöhte Blutungsneigung, Krampfanfälle oder ein Mangel an Natrium im Blut (Hyponatriämie).

Wichtige Warnhinweise und Kontraindikationen

Zoloft darf nicht von allen Patienten eingenommen werden. Eine Einnahme ist strikt verboten, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Sie nehmen gleichzeitig Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) ein oder haben diese innerhalb der letzten 14 Tage eingenommen.
  • Sie wenden das Medikament Pimozid an, da die Kombination schwere Herzrhythmusstörungen auslösen kann.
  • Sie reagieren allergisch auf Sertralin oder andere Bestandteile des Medikaments.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Manie oder Hypomanie erforderlich, weil Antidepressiva eine manische Episode provozieren können. Auch Patienten, die an Epilepsie, Leberfunktionsstörungen oder einem Engwinkelglaukom leiden, benötigen eine engmaschige ärztliche Kontrolle während der Therapie.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Sertralin kann Wechselwirkungen mit vielen anderen Medikamenten eingehen. Dies kann deren Wirkung verändern oder das Risiko für Nebenwirkungen steigern. Teilen Sie Ihrem Arzt daher alle Arzneimittel mit, die Sie aktuell einnehmen.

  • Andere serotonerge Medikamente: Die gleichzeitige Anwendung von Triptanen, anderen Antidepressiva (wie SSRI, SNRI), Tramadol, Lithium oder Johanniskraut erhöht das Risiko für ein Serotonin-Syndrom.
  • Blutgerinnungshemmer: Werden gleichzeitig Aspirin, NSAR (z. B. Ibuprofen) oder Antikoagulanzien (z. B. Warfarin) eingenommen, steigt die Blutungsneigung.
  • CYP2D6-Substrate: Sertralin kann die Konzentration von Medikamenten im Blut erhöhen, die über das Enzym CYP2D6 verstoffwechselt werden. Dazu gehören bestimmte Antipsychotika und Antiarrhythmika.
  • Alkohol: Auf Alkoholkonsum sollte während der Therapie mit Sertralin verzichtet werden, da er die dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem verstärken kann.

Häufig gestellte Fragen zu Zoloft

Wann tritt die Wirkung von Zoloft ein?

Erste positive Veränderungen, etwa bei Schlaf und Appetit, sind manchmal schon nach ein bis zwei Wochen spürbar. Die vollständige antidepressive und angstlösende Wirkung setzt aber meist erst nach zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme ein. Bei der Behandlung von Zwangsstörungen kann es bis zu 12 Wochen dauern, bis ein deutlicher Effekt eintritt.

Kann ich Zoloft mit oder ohne Nahrung einnehmen?

Ja, Sie können Zoloft mit oder ohne eine Mahlzeit einnehmen. Falls Sie unter Übelkeit oder Magenbeschwerden leiden, kann die Einnahme zusammen mit etwas Essen diese Symptome lindern.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Sollten Sie eine Einnahme vergessen, lassen Sie diese einfach aus und nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit ein. Verdoppeln Sie die Dosis auf keinen Fall, um die vergessene auszugleichen. Eine einzelne vergessene Tablette ist normalerweise unbedenklich.

Warum muss Zoloft langsam abgesetzt werden?

Wenn Sertralin plötzlich abgesetzt wird, können Absetzerscheinungen auftreten. Mögliche Symptome sind Schwindel, sensorische Störungen (ähnlich elektrischen Schlägen), Schlafprobleme, Unruhe oder Angst. Um das zu verhindern, muss die Dosis schrittweise und nur in Absprache mit einem Arzt verringert werden.

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