Haarausfall

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Was ist Haarausfall und wen betrifft er?

Ein gewisser Haarverlust gehört zum normalen Wachstumszyklus der Haare. Täglich verliert ein Mensch zwischen 50 und 150 Kopfhaare. Von Haarausfall oder Alopezie spricht man erst, wenn über längere Zeit hinweg deutlich mehr Haare ausfallen als neue nachwachsen. Oft wird dieser Zustand erst bemerkt, wenn schon ein sichtbarer Haarverlust eingetreten ist. Obwohl auch Frauen betroffen sein können, tritt Haarausfall besonders häufig bei Männern auf.

Die mit Abstand häufigste Form ist die androgenetische Alopezie, also der erblich bedingte Haarausfall. Davon sind etwa 30 % der Männer unter 30 Jahren und rund die Hälfte der Männer über 50 betroffen. Für viele stellt der Verlust der Haare eine erhebliche psychische Belastung dar. Er kann das Selbstbild negativ beeinflussen, zu Unsicherheit führen und in schweren Fällen Depressionen begünstigen, da volles Haar gesellschaftlich oft mit Jugendlichkeit verbunden wird.

Die häufigsten Ursachen und Formen von Haarausfall

Hormonelle Veränderungen, Krankheiten, Stress oder ein Nährstoffmangel können zu Haarverlust führen. Bei Männern ist die Ursache jedoch in den allermeisten Fällen genetisch bedingt.

Androgenetische Alopezie: Der erblich bedingte Haarausfall

Über 95 % des Haarausfalls bei Männern geht auf diese Form zurück. Ihre Ursache ist eine genetisch verankerte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln (Follikel) gegenüber Dihydrotestosteron, kurz DHT. Dieses Hormon ist eine biologisch aktive Form von Testosteron. Bei Männern mit dieser Veranlagung bewirkt DHT eine Verkürzung der Haarwachstumsphase. Gleichzeitig schrumpfen die Haarfollikel, wodurch die nachwachsenden Haare immer dünner und kürzer werden, bis schließlich die Haarproduktion ganz eingestellt wird.

Das typische Erscheinungsbild umfasst zurückweichende Geheimratsecken und eine lichter werdende Stelle am oberen Hinterkopf, die als Tonsur bekannt ist. Mit der Zeit dünnt auch das Haar am Scheitel aus. Ohne Behandlung schreitet der Prozess oft bis zur vollständigen Glatze fort, wobei meist ein Haarkranz an den Seiten und am Hinterkopf erhalten bleibt.

Weitere Formen von Haarausfall

  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Haarfollikel angreift. Dies führt zu plötzlich auftretenden, runden, kahlen Stellen auf der Kopfhaut.
  • Diffuser Haarausfall: Bei dieser Form dünnt das Haar gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt aus. Ursachen können unter anderem Nährstoffmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Stress oder die Einnahme bestimmter Medikamente sein.

Die auf dieser Seite beschriebenen Medikamente wurden speziell zur Behandlung der androgenetischen Alopezie entwickelt.

Wie funktionieren medikamentöse Behandlungen gegen Haarausfall?

Anders als Shampoos oder kosmetische Tinkturen greifen medizinische Wirkstoffe direkt in die Ursachen des erblich bedingten Haarausfalls ein. Zu den bewährtesten Substanzen gehören Finasterid und Minoxidil.

Finasterid, der Wirkstoff in Propecia, gehört zur Gruppe der 5-alpha-Reduktasehemmer. Es blockiert das Enzym, das Testosteron in das haarwurzelschädigende DHT umwandelt. Durch die Hemmung dieses Enzyms sinkt der DHT-Spiegel in der Kopfhaut deutlich. Das schützt die Haarfollikel vor dem schädlichen Einfluss, der Haarausfall wird aufgehalten und die Haarwurzeln können sich regenerieren und wieder dickeres Haar hervorbringen.

Ein weiterer bekannter Wirkstoff ist Minoxidil. Er wird als Lösung oder Schaum direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Minoxidil verbessert die lokale Durchblutung der Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase der Haare.

Anwendung und was Sie von der Behandlung erwarten können

Die Behandlung von Haarausfall erfordert Geduld und eine konsequente Anwendung. Medikamente wie Propecia werden üblicherweise einmal täglich als Tablette eingenommen. Sichtbare Ergebnisse stellen sich nicht sofort ein. Da das Haar nur rund einen Zentimeter pro Monat wächst, dauert es meist drei bis sechs Monate, bis erste Verbesserungen sichtbar werden. Ein klares Ergebnis zeigt sich oft erst nach etwa einem Jahr regelmäßiger Einnahme.

Um die erzielten Ergebnisse zu erhalten, muss die Behandlung dauerhaft fortgesetzt werden. Setzt man das Medikament ab, beginnt der Haarausfallprozess erneut. Die neu gewachsenen Haare fallen dann innerhalb weniger Monate wieder aus. Die Therapie zeigt die besten Erfolge, wenn frühzeitig damit begonnen wird, solange die Haarwurzeln noch nicht vollständig verkümmert sind.

Mögliche Nebenwirkungen und wichtige Hinweise

Wie bei allen wirksamen Arzneimitteln können auch bei der Behandlung von Haarausfall Nebenwirkungen auftreten. Bei Finasterid kommt es bei einem geringen Prozentsatz der Männer zu Effekten wie einer verminderten Libido oder einem verringerten Ejakulatvolumen. Diese Nebenwirkungen sind im Allgemeinen leicht und bilden sich nach dem Absetzen der Medikation normalerweise wieder zurück.

Frauen dürfen keinesfalls mit Finasterid-Tabletten in Kontakt kommen. Das gilt insbesondere für Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen. Zerbrochene oder zerdrückte Tabletten können den Wirkstoff über die Haut freisetzen und bei einem männlichen Fötus schwere Fehlbildungen der äußeren Geschlechtsorgane verursachen. Das Medikament ist daher ausschließlich für Männer zugelassen. Vor jeder Behandlung sollte ein Arzt die Ursache des Haarausfalls feststellen und die geeignete Therapie empfehlen.