Synthroid (Levothyroxin-Natrium) bei Schilddrüsenunterfunktion
Synthroid ist der Markenname für den Wirkstoff Levothyroxin-Natrium. Diese Substanz ist eine synthetische Version des körpereigenen Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4). Es wird zur Hormonersatztherapie bei einer Hypothyreose, auch Schilddrüsenunterfunktion genannt, verwendet. Bei dieser Erkrankung stellt die Schilddrüse nicht genügend Hormone her.
Indem es den Hormonmangel ausgleicht, hilft Synthroid, das Gleichgewicht des Stoffwechsels wiederherzustellen. Typische Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut und Kälteempfindlichkeit können so gelindert werden. Das Medikament wird auch zur Senkung des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) bei bestimmten Schilddrüsenkrebsarten und zur Behandlung von Kröpfen eingesetzt.
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Was ist Synthroid und wofür wird es angewendet?
Synthroid gehört zur Klasse der Schilddrüsenhormone. Sein Wirkstoff, Levothyroxin-Natrium, ist chemisch identisch mit dem natürlichen Hormon Thyroxin (T4), das die menschliche Schilddrüse produziert. Die Hauptanwendung von Synthroid ist die Behandlung jeder Form von Hypothyreose. Das schließt primäre (Störung der Schilddrüse), sekundäre (Störung der Hirnanhangdrüse) und tertiäre (Störung des Hypothalamus) Ursachen ein.
Das Medikament dient zudem als Begleittherapie zur Unterdrückung des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) bei der Behandlung von gut differenziertem Schilddrüsenkrebs. Es kann auch zur Therapie oder Vorbeugung verschiedener euthyreoter Kröpfe, etwa bei der Hashimoto-Thyreoiditis, eingesetzt werden. Synthroid darf nicht zur Gewichtsreduktion oder zur Behandlung von Fettleibigkeit bei Personen mit normaler Schilddrüsenfunktion verwendet werden. Eine solche Anwendung kann ernste oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen verursachen.
Wie wirkt Synthroid?
Die Wirkungsweise von Synthroid entspricht den physiologischen Prozessen der natürlichen Schilddrüsenhormone. Nach der Einnahme wird das Levothyroxin (T4) über den Blutkreislauf im Körper verteilt. In den Zielzellen wird es in Triiodthyronin (T3) umgewandelt, die biologisch aktivere Hormonform. Dieses T3 bindet an spezifische Rezeptoren im Zellkern und reguliert dort die Genexpression, was die anschließende Proteinsynthese steuert.
Diese Proteine sind für viele lebenswichtige Prozesse verantwortlich, einschließlich der Stoffwechselrate, Herzfunktion, Verdauung, Muskelkontrolle und Gehirnentwicklung. Schilddrüsenhormone sind für ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung unverzichtbar. Levothyroxin hat eine lange Halbwertszeit von etwa sieben Tagen. Aus diesem Grund kann es vier bis sechs Wochen dauern, bis die volle therapeutische Wirkung einer Dosis erreicht ist.
Dosierung und richtige Einnahme
Die Dosierung von Synthroid ist individuell und wird von einem Arzt sorgfältig festgelegt und überwacht. Sie basiert auf dem Alter, Körpergewicht, dem Zustand des Herz-Kreislauf-Systems und Laborwerten, insbesondere dem TSH-Spiegel.
Für Erwachsene liegt die übliche Anfangsdosis oft bei 1,6 mcg pro Kilogramm Idealgewicht pro Tag. Viele Behandlungen beginnen jedoch mit einer niedrigeren Dosis von 25-50 mcg täglich. Die Dosis wird dann alle vier bis sechs Wochen schrittweise angepasst. Bei älteren Patienten oder Personen mit Herzerkrankungen wird mit einer sehr geringen Dosis (z. B. 12,5-25 mcg täglich) begonnen, um das Herz nicht zu belasten.
Für eine gleichbleibende Aufnahme sollte Synthroid immer auf nüchternen Magen eingenommen werden, mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück. Nehmen Sie die Tablette mit einem vollen Glas Wasser ein. Bestimmte Nahrungsmittel, vor allem Ballaststoffe, Sojaprodukte sowie Kalzium und Eisen, können die Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen.
Mögliche Nebenwirkungen
Die meisten Nebenwirkungen von Synthroid sind eine Folge von Überdosierung und ähneln den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Bei korrekter Dosierung ist das Risiko gering. Häufige Anzeichen einer zu hohen Dosis sind:
- Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) und Herzrhythmusstörungen
- Nervosität, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und Zittern (Tremor)
- Gewichtsverlust trotz erhöhtem Appetit
- Übermäßiges Schwitzen und Wärmeintoleranz
- Muskelschwäche und Muskelkrämpfe
- Durchfall und Magenkrämpfe
- Unregelmäßige Menstruationszyklen bei Frauen
In den ersten Behandlungsmonaten kann es, besonders bei Kindern, zu teilweisem Haarausfall kommen. Dieser ist aber normalerweise nur vorübergehend. Eine langfristige Überdosierung kann, insbesondere bei Frauen nach der Menopause, die Knochendichte verringern und das Risiko für Osteoporose erhöhen.
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Synthroid darf unter bestimmten Umständen nicht eingenommen werden. Absolute Kontraindikationen sind:
- Unbehandelte Nebenniereninsuffizienz, da die Hormontherapie eine akute Nebennierenkrise auslösen kann.
- Unbehandelte Thyreotoxikose (ein Zustand mit überschüssigen Schilddrüsenhormonen).
- Akuter Herzinfarkt und akute Myokarditis (Herzmuskelentzündung).
- Überempfindlichkeit gegen Levothyroxin oder einen anderen Bestandteil des Medikaments.
Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Angina Pectoris, koronarer Herzkrankheit oder Bluthochdruck erforderlich. Bei diesen Personen muss die Behandlung mit einer sehr niedrigen Dosis beginnen und langsam gesteigert werden.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Levothyroxin kann mit vielen Medikamenten interagieren. Dies kann seine Wirksamkeit oder die der anderen Arzneimittel verändern. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Zu den wichtigen Wechselwirkungen gehören:
- Mittel, die die Aufnahme hemmen: Kalzium- und Eisenpräparate, Antazida und Gallensäurebinder wie Colestyramin sollten mit einem Abstand von mindestens 4 Stunden zu Synthroid eingenommen werden.
- Mittel, die den Stoffwechsel beschleunigen: Bestimmte Medikamente wie Phenobarbital, Carbamazepin oder Rifampicin können den Abbau von Levothyroxin beschleunigen, was eine höhere Dosis erfordern kann.
- Östrogene: Östrogenhaltige Produkte, zum Beispiel die Antibabypille, können den Bedarf an Levothyroxin erhöhen.
- Antikoagulanzien (Blutverdünner): Levothyroxin kann die Wirkung von Blutverdünnern wie Warfarin verstärken. Eine engmaschige Kontrolle der Blutgerinnung ist dann notwendig.
- Antidiabetika: Der Blutzuckerspiegel kann durch Schilddrüsenhormone beeinflusst werden. Eine Dosisanpassung von Insulin oder oralen Antidiabetika kann erforderlich sein.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich Synthroid einnehmen?
Nehmen Sie Synthroid idealerweise morgens auf nüchternen Magen ein. Warten Sie nach der Einnahme mindestens 30 bis 60 Minuten, bevor Sie frühstücken. Die Einnahme sollte mit einem großen Glas Wasser erfolgen. Für eine stabile Wirkung ist die tägliche Einnahme zur gleichen Zeit wichtig.
Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
Falls Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald es Ihnen auffällt. Wenn es aber schon fast Zeit für die nächste Einnahme ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Setzen Sie die Einnahme dann wie gewohnt fort. Nehmen Sie auf keinen Fall die doppelte Dosis ein.
Kann ich Synthroid zur Gewichtsreduktion verwenden?
Nein. Synthroid ist nicht zur Behandlung von Fettleibigkeit oder zur Gewichtsabnahme bei Menschen mit normaler Schilddrüsenfunktion zugelassen. Eine solche Anwendung ist nicht nur unwirksam, sondern kann schwere und potenziell lebensbedrohliche toxische Wirkungen haben.
Wie lange dauert es, bis Synthroid wirkt?
Levothyroxin hat eine lange Halbwertszeit. Es kann deshalb einige Wochen dauern, bis sich die Hormonspiegel im Körper stabilisieren. Eine spürbare Besserung der Symptome und die volle therapeutische Wirkung sind in der Regel nach vier bis sechs Wochen konsequenter Einnahme zu erwarten.
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