Remeron (Mirtazapin): Wirksame Hilfe bei Depressionen

Remeron enthält den Wirkstoff Mirtazapin und gehört zur Klasse der tetrazyklischen Antidepressiva. Es wird vorrangig zur Behandlung von schweren depressiven Störungen (Major Depressive Disorder, MDD) bei Erwachsenen eingesetzt. Seine beruhigenden und appetitanregenden Eigenschaften machen es auch zu einer Option bei Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Depressionen, die mit Schlafproblemen und Appetitlosigkeit einhergehen.

Die Wirkung von Remeron basiert auf der Beeinflussung der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin im Gehirn. Diese Eigenschaften können für bestimmte Patientengruppen vorteilhaft sein.

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Was ist Remeron und wofür wird es angewendet?

Remeron ist der Markenname des Wirkstoffs Mirtazapin. Es ist ein atypisches tetrazyklisches Antidepressivum, das für die Therapie schwerer depressiver Störungen bei Erwachsenen zugelassen ist. Kontrollierte Studien haben seine Wirksamkeit über einen Zeitraum von sechs Wochen bestätigt. Bei einer längeren Anwendung sollte ein Arzt den Nutzen der Behandlung regelmäßig neu bewerten.

Über die Hauptindikation hinaus wird Mirtazapin auch "off-label" für andere Beschwerden verwendet:

  • Generalisierte Angststörung
  • Panikstörung
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Soziale Angststörung
  • Fibromyalgie
  • Schlaflosigkeit (Insomnie)

Das Medikament kann besonders für Patienten geeignet sein, die gleichzeitig unter Schlafproblemen, Appetitverlust oder Magen-Darm-Beschwerden leiden.

Wie wirkt Remeron (Mirtazapin)?

Der genaue Wirkmechanismus von Mirtazapin ist, wie bei vielen Antidepressiva, nicht vollständig entschlüsselt. Präklinische Studien legen nahe, dass es die zentrale noradrenerge und serotonerge Aktivität im Gehirn steigert. Mirtazapin blockiert als Antagonist zentrale präsynaptische Alpha-2-adrenerge Rezeptoren. Diese Blockade bewirkt eine erhöhte Freisetzung der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin.

Gleichzeitig blockiert Mirtazapin stark die Serotoninrezeptoren 5-HT2 und 5-HT3. Dies trägt zur antidepressiven und angstlösenden Wirkung bei. Es kann auch einige typische Nebenwirkungen anderer Antidepressiva wie Übelkeit oder sexuelle Funktionsstörungen verringern. Die starke Blockade der Histamin-H1-Rezeptoren erklärt die ausgeprägte sedierende (beruhigende) Wirkung sowie die Appetitsteigerung mit möglicher Gewichtszunahme.

Dosierung und richtige Einnahme

Die Dosis von Remeron wird vom Arzt individuell festgelegt. Die übliche Anfangsdosis für Erwachsene mit schweren Depressionen liegt bei 15 mg einmal täglich. Wegen der beruhigenden Wirkung wird die Einnahme am Abend vor dem Schlafengehen empfohlen.

Wenn die Anfangsdosis nicht ausreicht, kann der Arzt sie schrittweise erhöhen. Solche Anpassungen sollten nur in Abständen von mindestens ein bis zwei Wochen vorgenommen werden. Die empfohlene Höchstdosis pro Tag beträgt 45 mg. Das Medikament kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Wichtiger Hinweis: Beenden Sie die Einnahme von Remeron niemals abrupt. Ein plötzliches Absetzen kann Entzugssymptome wie Schwindel, Unruhe, Angst oder Übelkeit auslösen. Die Dosis muss immer schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht reduziert werden.

Mögliche Nebenwirkungen von Remeron

Wie bei jedem Medikament kann Remeron Nebenwirkungen verursachen, die aber nicht bei allen Patienten auftreten. Viele Begleiterscheinungen sind zu Beginn der Therapie am stärksten und nehmen im Verlauf ab.

Sehr häufige und häufige Nebenwirkungen:

  • Schläfrigkeit und Sedierung
  • Gesteigerter Appetit und Gewichtszunahme
  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Verstopfung
  • Schwächegefühl oder Energiemangel

Gelegentliche bis seltene, aber ernste Nebenwirkungen, die sofortige ärztliche Hilfe erfordern:

  • Agranulozytose/Neutropenie: Ein starker Abfall der weißen Blutkörperchen, der das Infektionsrisiko erhöht. Anzeichen sind Fieber, Halsschmerzen oder andere Infektionssymptome.
  • Serotonin-Syndrom: Ein lebensbedrohlicher Zustand, der bei Kombination mit anderen serotonergen Medikamenten entstehen kann. Symptome sind Unruhe, Halluzinationen, Herzrasen, Fieber und Muskelsteifheit.
  • Suizidale Gedanken: Zu Beginn der Behandlung kann das Risiko für suizidale Gedanken und Verhaltensweisen erhöht sein, besonders bei jungen Erwachsenen bis 24 Jahre.
  • Manie/Hypomanie: Bei Patienten mit bipolarer Störung kann eine manische Phase getriggert werden.

Wichtige Warnhinweise und Kontraindikationen

Remeron darf unter bestimmten Bedingungen nicht eingenommen werden. Eine absolute Kontraindikation ist die gleichzeitige Einnahme von Monoaminooxidase-Hemmern (MAO-Hemmern). Auch innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen ist die Einnahme verboten, da ein hohes Risiko für ein Serotonin-Syndrom besteht. Ebenso darf es bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Mirtazapin nicht verwendet werden.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit folgenden Erkrankungen geboten:

  • Vorgeschichte von Krampfanfällen
  • Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Engwinkelglaukom

Ältere Patienten können empfindlicher auf die beruhigenden Effekte reagieren. Hier wird oft eine niedrigere Anfangsdosis gewählt.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Mirtazapin kann mit vielen anderen Substanzen interagieren. Teilen Sie Ihrem Arzt daher alle Medikamente mit, die Sie einnehmen.

  • Andere serotonerge Medikamente: Das Risiko eines Serotonin-Syndroms steigt bei Kombination mit SSRIs, SNRIs, Triptanen, Tramadol oder Johanniskraut.
  • Zentral dämpfende Substanzen: Alkohol, Benzodiazepine oder andere Beruhigungsmittel können die sedierende Wirkung von Remeron verstärken. Auf Alkohol sollte während der Behandlung verzichtet werden.
  • CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren: Wirkstoffe, die den Abbau von Mirtazapin in der Leber hemmen oder beschleunigen (z.B. bestimmte Antibiotika oder Antiepileptika), können eine Dosisanpassung nötig machen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie es bemerken. Wenn es jedoch schon fast Zeit für die nächste Einnahme ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Setzen Sie die Einnahme dann wie gewohnt fort. Verdoppeln Sie niemals die Dosis, um eine versäumte auszugleichen.

Kann ich während der Einnahme von Remeron Alkohol trinken?

Nein, Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Remeron unterbleiben. Alkohol verstärkt die sedierende Wirkung des Medikaments erheblich. Dies erhöht das Risiko für starke Schläfrigkeit und eine beeinträchtigte Reaktionsfähigkeit.

Führt Remeron zu einer Gewichtszunahme?

Ein gesteigerter Appetit und eine mögliche Gewichtszunahme sind häufige Nebenwirkungen von Mirtazapin. Das liegt an der starken Wirkung auf die Histaminrezeptoren. Obwohl nicht jeder Patient davon betroffen ist, handelt es sich um eine bekannte Reaktion.

Wie lange dauert es, bis Remeron wirkt?

Eine Besserung von Schlaf und Appetit tritt oft schon in der ersten Woche ein. Die volle antidepressive Wirkung, also eine deutliche Stimmungsaufhellung, braucht jedoch meist länger. Sie ist in der Regel nach zwei bis vier Wochen konstanter Einnahme spürbar. In manchen Fällen kann es auch bis zu sechs Wochen dauern.

Darf ich Remeron abrupt absetzen?

Nein, ein plötzliches Absetzen ist nicht ratsam, da es Entzugserscheinungen auslösen kann. Dazu zählen Schwindel, Übelkeit, Angst, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Das Medikament muss immer langsam und nach Anweisung eines Arztes über mehrere Wochen ausgeschlichen werden.

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