Pepcid (Famotidin): Behandlung von Sodbrennen und säurebedingten Erkrankungen
Pepcid enthält den Wirkstoff Famotidin und gehört zur Klasse der H2-Blocker, auch Histamin-H2-Rezeptorantagonisten genannt. Das Medikament reduziert die Säureproduktion im Magen. Deshalb ist es eine wirksame Behandlung für verschiedene Erkrankungen, die durch zu viel Magensäure entstehen.
Es wird zur Behandlung und Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) verwendet. Auch andere Zustände, wie das Zollinger-Ellison-Syndrom, werden damit behandelt. Pepcid lindert zudem häufige Beschwerden wie Sodbrennen, saures Aufstoßen und Verdauungsprobleme, die auf überschüssige Magensäure zurückzuführen sind.
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Was ist Pepcid und wofür wird es angewendet?
Pepcid ist der Markenname für das Medikament Famotidin. Als Histamin-H2-Rezeptorblocker verringert es die Säuremenge, die der Magen produziert. Man setzt es zur Behandlung diverser säurebedingter Probleme in Magen und Speiseröhre ein. Durch die geringere Magensäure können Symptome gelindert und die Heilung von Schäden im Verdauungstrakt unterstützt werden.
Zu den primären Anwendungsgebieten von Pepcid gehören:
- Sodbrennen und saures Aufstoßen: Zur Vorbeugung und Linderung von gelegentlichem Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden.
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre: Zur kurzfristigen Therapie aktiver Geschwüre. Es verringert auch das Risiko, dass Zwölffingerdarmgeschwüre erneut auftreten.
- Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Zur Behandlung von Symptomen, die durch zurückfließende Magensäure entstehen, wie Sodbrennen und Speiseröhrenschäden.
- Pathologische hypersekretorische Zustände: Zur Behandlung von Krankheiten mit übermäßiger Säureproduktion des Magens, beispielsweise das Zollinger-Ellison-Syndrom.
Wie wirkt Famotidin im Körper?
Famotidin blockiert gezielt die Histamin-H2-Rezeptoren an den säureproduzierenden Zellen der Magenschleimhaut. Normalerweise bindet Histamin an diese Rezeptoren, was die Ausschüttung von Salzsäure anregt. Famotidin verhindert diese Bindung und unterbricht so das Signal für die Säureproduktion. Das Ergebnis ist eine deutliche Reduzierung von Menge und Säuregehalt des Magensafts.
Nach der Einnahme setzt die säurehemmende Wirkung von Famotidin meist innerhalb einer Stunde ein. Der Höhepunkt wird nach ein bis drei Stunden erreicht. Eine normale Dosis wirkt in der Regel 10 bis 12 Stunden. Dies sorgt für eine langanhaltende Linderung der Symptome. Gleichzeitig entsteht ein Milieu, in dem die Schleimhaut von Magen und Speiseröhre abheilen kann.
Dosierung und richtige Anwendung
Die Dosierung von Pepcid richtet sich nach der zu behandelnden Erkrankung. Die Einnahme sollte nach Anweisung eines Arztes oder laut Packungsbeilage erfolgen. Das Medikament kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
- Aktives Zwölffingerdarmgeschwür: Üblich sind 40 mg einmal täglich vor dem Schlafengehen oder 20 mg zweimal täglich. Die Behandlungsdauer beträgt 4 bis 8 Wochen.
- Erhaltungstherapie bei Zwölffingerdarmgeschwüren: Um einem Rückfall vorzubeugen, werden oft 20 mg einmal täglich vor dem Schlafengehen empfohlen.
- Aktives Magengeschwür: Hier beträgt die empfohlene Dosis 40 mg einmal täglich vor dem Schlafengehen.
- GERD: Bei dieser Erkrankung werden üblicherweise 20 mg zweimal täglich über einen Zeitraum von bis zu 6 Wochen eingenommen. In schweren Fällen kann die Dosis auf 40 mg zweimal täglich erhöht werden.
- Sodbrennen (rezeptfrei): Zur Linderung gelegentlicher Beschwerden können bei Bedarf 10 mg oder 20 mg eingenommen werden, maximal zweimal täglich. Zur Vorbeugung wird die Einnahme 15 bis 60 Minuten vor dem Verzehr von Speisen oder Getränken empfohlen, die bekanntermaßen Sodbrennen verursachen.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min) benötigen eine Dosisanpassung. Meist wird die Dosis halbiert oder der Abstand zwischen den Einnahmen auf 36 bis 48 Stunden verlängert. Wurde eine Dosis vergessen, sollte sie nachgeholt werden, sobald dies bemerkt wird. Ist es jedoch schon fast Zeit für die nächste reguläre Dosis, wird die vergessene Einnahme übersprungen. Es darf keine doppelte Dosis eingenommen werden.
Mögliche Nebenwirkungen von Pepcid
Pepcid gilt als gut verträglich. Wie jedes Arzneimittel kann es jedoch Nebenwirkungen verursachen. In den meisten Fällen sind diese mild und nur von kurzer Dauer.
Häufige Nebenwirkungen sind:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Verstopfung oder Durchfall
- Übelkeit
Seltene, aber ernste Nebenwirkungen:
In seltenen Fällen treten schwerwiegende Nebenwirkungen auf, die umgehend ärztliche Hilfe erfordern. Dazu zählen allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen im Gesicht, an Zunge oder Rachen, starkem Schwindel oder Atemnot. Andere ernste, aber seltene Effekte sind Verwirrtheit, Halluzinationen, extreme Müdigkeit, dunkler Urin, eine Gelbfärbung von Haut oder Augen sowie ein schneller oder unregelmäßiger Herzschlag. Effekte auf das Zentralnervensystem können vor allem bei älteren Patienten oder Menschen mit Nierenerkrankungen vorkommen.
Wichtige Warnhinweise und Gegenanzeigen
Pepcid darf nicht eingenommen werden, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Famotidin oder andere H2-Rezeptorantagonisten wie Cimetidin oder Ranitidin besteht.
Vor der Einnahme von Famotidin sollte der Arzt über die vollständige Krankengeschichte informiert werden. Dies gilt besonders für Nierenerkrankungen, da diese eine Anpassung der Dosis erfordern. Eine Besserung der Symptome unter Famotidin schließt eine bösartige Magenerkrankung nicht aus. Halten die Beschwerden an oder kehren sie wieder, ist eine weitere ärztliche Untersuchung notwendig.
Schwangere und stillende Frauen müssen vor der Einnahme einen Arzt befragen. Der Wirkstoff Famotidin tritt in die Muttermilch über, weshalb während der Stillzeit besondere Vorsicht geboten ist.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Famotidin weist ein vergleichsweise geringes Risiko für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf. Weil es jedoch die Magensäure verringert, kann es die Aufnahme von Arzneistoffen stören, die für ihre Wirksamkeit ein saures Milieu benötigen. Dazu gehören bestimmte Pilzmittel wie Ketoconazol und Itraconazol sowie einige HIV-Medikamente, etwa Atazanavir. Solche Medikamente sollten mit einem zeitlichen Abstand von mehreren Stunden zu Famotidin eingenommen werden.
Um mögliche Wechselwirkungen zu verhindern, sollten Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente informiert werden. Dies schließt verschreibungspflichtige, rezeptfreie und pflanzliche Mittel ein.
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