Singulair (Montelukast) gegen Asthma und Allergien

Singulair ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das den Wirkstoff Montelukast enthält. Als sogenannter Leukotrien-Rezeptor-Antagonist wird es zur dauerhaften Behandlung und Vorbeugung von Asthmasymptomen bei Erwachsenen und Kindern verwendet. Es lindert außerdem die Beschwerden von saisonalem und ganzjährigem allergischem Schnupfen (Heuschnupfen).

Singulair kann die Häufigkeit und Schwere von Asthmaanfällen verringern. Gleichzeitig verbessert es die Lebensqualität, indem es Allergiesymptome wie Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase mildert. Singulair ist jedoch kein Notfallmedikament. Für einen akuten Asthmaanfall muss immer ein schnell wirksamer Inhalator griffbereit sein.

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Wie Montelukast im Körper wirkt

Montelukast zielt auf die entzündlichen Prozesse ab, die Asthma und Allergien zugrunde liegen. Reagiert der Körper auf Auslöser wie Allergene, setzt er Botenstoffe frei, die Leukotriene genannt werden. Diese Leukotriene binden sich an Rezeptoren in den Atemwegen. Die Folge sind Entzündungen, Schwellungen, eine Verengung der Bronchien und mehr Schleim.

Hier greift Montelukast ein: Es blockiert gezielt den Cysteinyl-Leukotrien-Rezeptor 1 (CysLT1). Dadurch können die Leukotriene nicht mehr andocken und die Entzündungsreaktion wird gestoppt. Die Muskeln in den Atemwegen entspannen sich, Schwellungen gehen zurück und die Schleimproduktion nimmt ab. Asthmatiker können besser atmen, pfeifende Geräusche und Husten lassen nach. Auch Nasen- und Augenbeschwerden bei Allergien werden gelindert. Da die Wirkung 24 Stunden anhält, genügt eine Tablette pro Tag.

Für welche Anwendungsgebiete ist Singulair zugelassen?

Singulair ist für mehrere Anwendungsgebiete zugelassen, bei denen es Symptome kontrollieren und die Lebensqualität verbessern soll. Dazu gehören:

  • Chronisches Asthma: Zur Prophylaxe und Langzeitbehandlung von Asthma bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Monaten. Es hilft, Asthmaanfällen vorzubeugen.
  • Belastungsinduzierte Bronchokonstriktion (Belastungsasthma): Zur Vorbeugung von Atembeschwerden, die während oder nach körperlicher Anstrengung auftreten, bei Patienten ab 6 Jahren.
  • Allergische Rhinitis: Zur Linderung der Symptome von saisonaler allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) bei Patienten ab 2 Jahren und ganzjähriger allergischer Rhinitis bei Patienten ab 6 Monaten.

Dosierung und korrekte Einnahme

Die Dosierung von Montelukast hängt vom Alter und dem Anwendungsgebiet ab. Für eine stabile Wirkung muss das Medikament jeden Tag einmal eingenommen werden. Bei Asthma sollte die Einnahme abends erfolgen.

  • Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren: Eine 10-mg-Filmtablette einmal täglich.
  • Kinder von 6 bis 14 Jahren: Eine 5-mg-Kautablette einmal täglich.
  • Kinder von 2 bis 5 Jahren: Eine 4-mg-Kautablette oder ein Beutel mit 4 mg Granulat einmal täglich.
  • Kinder von 6 bis 23 Monaten: Ein Beutel mit 4 mg Granulat einmal täglich.

Das Granulat kann man direkt in den Mund geben. Alternativ kann es mit einem Löffel kalter oder zimmerwarmer Babynahrung, Muttermilch oder weicher Nahrung wie Apfelmus vermischt werden. Der Beutelinhalt muss nach dem Öffnen innerhalb von 15 Minuten verbraucht werden. Die Einnahme ist nicht an Mahlzeiten gebunden.

Mögliche Nebenwirkungen von Montelukast

Montelukast kann Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Die meisten Beschwerden sind leicht und klingen von selbst wieder ab.

Häufige Nebenwirkungen sind zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit
  • Infektionen der oberen Atemwege, Husten
  • Hautausschlag
  • Fieber

Wichtiger Sicherheitshinweis: Neuropsychiatrische Ereignisse
Behörden haben eine Warnung bezüglich schwerwiegender neuropsychiatrischer Ereignisse im Zusammenhang mit Montelukast herausgegeben. Dazu gehören Stimmungs- und Verhaltensänderungen wie Unruhe, Aggression, Angst, Depression, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit, abnormale Träume), Halluzinationen und in seltenen Fällen Selbstmordgedanken und -verhalten. Patienten und Betreuer sollten auf solche Veränderungen achten und bei deren Auftreten sofort einen Arzt kontaktieren.

In seltenen Fällen sind schwere Nebenwirkungen möglich. Dazu zählen allergische Schockreaktionen (Anaphylaxie), Schwellungen der Haut (Angioödem), Leberprobleme oder das Churg-Strauss-Syndrom.

Gegenanzeigen und Warnhinweise

Nehmen Sie Singulair nicht ein, wenn Sie allergisch auf Montelukast oder andere Inhaltsstoffe reagieren. Das Medikament hilft nicht bei einem akuten Asthmaanfall; hierfür ist ein schnell wirksamer Notfall-Inhalator notwendig. Eine laufende Behandlung mit Kortison (Tabletten oder Inhalator) darf nicht plötzlich durch Singulair ersetzt werden. Die Umstellung muss langsam und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Vorsicht ist bei den Kautabletten geboten, wenn Sie an Phenylketonurie leiden, da sie Aspartam enthalten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle Medikamente, die Sie verwenden. Der Körper baut Montelukast über Leberenzyme ab (insbesondere CYP3A4 und CYP2C9). Bestimmte Medikamente können diesen Prozess beschleunigen und die Wirkung von Montelukast abschwächen. Dazu gehören zum Beispiel Phenobarbital (ein Mittel gegen Krampfanfälle) und Rifampicin (ein Antibiotikum). Mit den meisten anderen gängigen Arzneimitteln sind keine wichtigen Wechselwirkungen bekannt.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich Singulair einnehmen?

Bei Asthma nehmen Sie Singulair am besten einmal täglich am Abend ein. Wenn Sie es gegen allergischen Schnupfen verwenden, können Sie es morgens oder abends nehmen. Wichtig ist nur, dass Sie es jeden Tag etwa zur gleichen Zeit einnehmen.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Lassen Sie die vergessene Dosis einfach aus. Nehmen Sie die nächste Dosis dann wieder zur gewohnten Zeit ein. Verdoppeln Sie die Dosis auf keinen Fall, um eine vergessene Einnahme nachzuholen.

Ist Singulair ein Notfallmedikament?

Nein. Singulair ist für die langfristige Kontrolle von Asthma und Allergien gedacht. Bei einem akuten Asthmaanfall wirkt es nicht. Dafür benötigen Sie Ihren schnell wirksamen Notfall-Inhalator.

Wie schnell wirkt Singulair?

Oft spüren Sie eine erste Besserung der Symptome schon nach ein bis zwei Tagen. Bis die volle Wirkung eintritt, dauert es normalerweise etwa eine Woche.

Wie soll ich Singulair lagern?

Lagern Sie Singulair bei Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C) und in der Originalverpackung. So ist es vor Licht und Feuchtigkeit geschützt. Das Badezimmer ist kein geeigneter Ort. Bewahren Sie das Medikament immer außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf.

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