Effexor (Venlafaxin): Anwendung bei Depression und Angst

Effexor ist ein Antidepressivum, das den Wirkstoff Venlafaxin enthält. Als Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) wird es für die Behandlung mehrerer Stimmungs- und Angststörungen verschrieben. Dazu gehören die Major Depression, generalisierte und soziale Angststörungen sowie die Panikstörung.

Venlafaxin wirkt auf die Neurotransmitter im Gehirn, um deren Gleichgewicht zu regulieren. Dies kann Symptome wie tiefe Traurigkeit, ständige Sorgen oder Panikattacken lindern. Das Medikament ist als Tablette mit sofortiger Freisetzung und als Kapsel mit verlängerter Freisetzung verfügbar. Die Kapselform wird oft bevorzugt, da sie nur einmal täglich eingenommen werden muss.

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Was ist Effexor und wofür wird es angewendet?

Effexor ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum mit dem Wirkstoff Venlafaxin. Es wird der Klasse der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) zugeordnet. SNRI erhöhen die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Gehirn, die für die Regulierung der Stimmung zuständig sind.

Zu den Hauptanwendungsgebieten für Erwachsene gehören:

  • Major Depression (MDD): Es wird zur Behandlung von Episoden einer Major Depression eingesetzt.
  • Generalisierte Angststörung (GAD): Effexor hilft, die psychischen und physischen Symptome chronischer Sorgen zu reduzieren.
  • Soziale Angststörung (SAD): Es ist zur Behandlung von sozialer Phobie zugelassen.
  • Panikstörung (PD): Das Medikament wird auch zur Therapie von Panikstörungen, mit oder ohne Agoraphobie, verschrieben.

Das Medikament ist in zwei Darreichungsformen verfügbar: Tabletten mit sofortiger Freisetzung (IR) und Kapseln mit verlängerter Freisetzung (XR). Die XR-Form wird oft verschrieben, weil die einmal tägliche Einnahme für Patienten einfacher ist und die Verträglichkeit häufig besser ist.

Wie wirkt Effexor im Körper?

Venlafaxin entfaltet seine antidepressive und angstlösende Wirkung, indem es die Aktivität von Neurotransmittern im Gehirn verstärkt. Der Wirkstoff und sein aktiver Metabolit O-Desmethylvenlafaxin (ODV) blockieren die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin. Dadurch steigt die Konzentration dieser Botenstoffe im synaptischen Spalt an. Die verbesserte Signalübertragung zwischen den Nervenzellen kann die Stimmung aufhellen und Angstzustände verringern.

Die Wirkungsweise hängt von der Dosis ab:

  • Niedrige Dosen (bis 75 mg/Tag): Bei niedrigen Dosen wirkt Venlafaxin primär wie ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).
  • Mittlere bis hohe Dosen (ab 150 mg/Tag): Bei höheren Dosen hemmt es zusätzlich die Wiederaufnahme von Noradrenalin, wodurch die typische SNRI-Wirkung einsetzt.

Anders als ältere trizyklische Antidepressiva beeinflusst Venlafaxin kaum andere Rezeptoren. Das führt oft zu einem besseren Nebenwirkungsprofil. Bis die volle therapeutische Wirkung eintritt, können mehrere Wochen vergehen. Erste Besserungen zeigen sich aber manchmal schon nach ein bis zwei Wochen.

Richtige Dosierung und Einnahme

Die Dosierung von Effexor legt der behandelnde Arzt für jeden Patienten individuell fest. Sie richtet sich nach der Erkrankung, dem Ansprechen auf die Therapie und weiteren persönlichen Faktoren.

Effexor XR (verlängerte Freisetzung): Die Kapseln werden einmal täglich mit einer Mahlzeit eingenommen, idealerweise zur selben Uhrzeit. Sie müssen unzerkaut als Ganzes mit Flüssigkeit geschluckt werden. Ein Teilen oder Zerdrücken ist nicht erlaubt. Die Anfangsdosis beträgt üblicherweise 37,5 mg oder 75 mg täglich und kann schrittweise auf bis zu 225 mg pro Tag gesteigert werden.

Effexor IR (sofortige Freisetzung): Diese Tabletten werden für gewöhnlich zwei- oder dreimal pro Tag eingenommen. Eine Einnahme zu den Mahlzeiten kann Magen-Darm-Beschwerden lindern. Die übliche Startdosis liegt bei 75 mg pro Tag, verteilt auf die Einzeldosen.

Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte sie nachgeholt werden, sobald man sich erinnert. Steht jedoch die nächste reguläre Einnahme kurz bevor, ist die vergessene Dosis auszulassen. Die Einnahme wird dann wie gewohnt fortgesetzt. Keinesfalls darf die doppelte Menge eingenommen werden, um eine vergessene Dosis auszugleichen.

Für Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist möglicherweise eine Anpassung der Dosis nötig. Das Medikament darf niemals plötzlich abgesetzt werden. Stattdessen muss die Dosis schrittweise über mindestens ein bis zwei Wochen reduziert werden, um Absetzsymptome zu vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen von Venlafaxin

Effexor kann, wie jedes Medikament, Nebenwirkungen verursachen, die aber nicht bei allen Patienten auftreten. Häufig sind diese zu Behandlungsbeginn am intensivsten und schwächen sich im weiteren Verlauf ab.

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen:

  • Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung
  • Nervensystem: Schwindel, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Nervosität
  • Sonstiges: Vermehrtes Schwitzen, Sehstörungen, Appetitlosigkeit, sexuelle Funktionsstörungen (z. B. verminderte Libido, Ejakulationsstörungen)

Schwerwiegende Nebenwirkungen, die ärztliche Hilfe erfordern:

Für Effexor besteht ein Warnhinweis bezüglich eines erhöhten Risikos für suizidale Gedanken und suizidales Verhalten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Patienten aller Altersgruppen müssen deshalb engmaschig auf eine Verschlechterung ihrer Symptome oder auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen beobachtet werden.

Weitere ernste Risiken umfassen:

  • Serotonin-Syndrom: Ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand mit Symptomen wie Unruhe, Halluzinationen, schnellem Herzschlag, Fieber und Muskelsteifheit. Das Risiko steigt bei gleichzeitiger Einnahme anderer serotonerger Medikamente.
  • Bluthochdruck: Venlafaxin kann den Blutdruck erhöhen. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher erforderlich.
  • Engwinkelglaukom: Das Medikament kann die Pupillen erweitern und bei anfälligen Personen einen Glaukomanfall auslösen.
  • Blutungsrisiko: Das Risiko für Blutungen kann erhöht sein, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von Medikamenten wie Aspirin, NSAR oder Antikoagulanzien.
  • Hyponatriämie: Niedrige Natriumspiegel im Blut können auftreten, vor allem bei älteren Patienten.

Kontraindikationen und wichtige Hinweise

In bestimmten Fällen darf Effexor nicht angewendet werden.

Absolute Kontraindikationen:

  • Überempfindlichkeit gegen Venlafaxin oder einen der sonstigen Bestandteile des Medikaments.
  • Die Einnahme ist kontraindiziert bei gleichzeitiger Anwendung von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) sowie innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen. Andernfalls besteht das Risiko eines schweren Serotonin-Syndroms.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Patienten sollten ihren Arzt über alle bestehenden Erkrankungen und eingenommenen Medikamente informieren. Besondere Vorsicht ist bei einer Vorgeschichte von Krampfanfällen, Herzerkrankungen oder einer bipolaren Störung geboten. Auf Alkoholkonsum sollte während der Behandlung mit Effexor verzichtet werden.

Ein plötzliches Absetzen von Venlafaxin kann ein Absetzsyndrom auslösen. Typische Symptome sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und sensorische Störungen, die oft als "Brain Zaps" beschrieben werden. Aus diesem Grund muss das Medikament unter ärztlicher Aufsicht langsam ausgeschlichen werden.

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