Atacand (Candesartan): Wirkung bei Bluthochdruck & Herzinsuffizienz

Atacand ist ein rezeptpflichtiges Arzneimittel mit dem Wirkstoff Candesartan Cilexetil. Es zählt zur Medikamentengruppe der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs). Hauptsächlich wird es zur Therapie von Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie) bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen ab einem Jahr verwendet. Ein gut eingestellter Blutdruck senkt das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Folgen wie einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Zusätzlich kommt Atacand bei erwachsenen Patienten mit Herzinsuffizienz zum Einsatz, deren linke Herzkammer nur noch eingeschränkt arbeitet (linksventrikuläre systolische Dysfunktion). Hier soll die Behandlung die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern und die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Herzschwäche reduzieren. Das Medikament ist damit ein Baustein in der Therapie chronischer kardiovaskulärer Leiden.

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Wie wirkt Atacand im Körper?

Der Wirkstoff Candesartan Cilexetil blockiert die Wirkung des körpereigenen Hormons Angiotensin II. Dieses Hormon verengt die Blutgefäße und lässt so den Blutdruck steigen. Es fördert außerdem die Ausschüttung von Aldosteron, was zu einer Einlagerung von Salz und Wasser führt und den Blutdruck weiter erhöht.

Candesartan setzt gezielt an den sogenannten AT1-Rezeptoren an. Indem es diese Bindungsstellen für Angiotensin II blockiert, können sich die Blutgefäße weiten und entspannen (Vasodilatation). Der Widerstand in den Gefäßen sinkt, und der Blutdruck fällt. Zugleich wird weniger Aldosteron freigesetzt. Das entlastet das Herz bei einer Herzinsuffizienz, weil weniger Flüssigkeit im Körper zurückgehalten wird.

Bei Candesartan Cilexetil handelt es sich um eine Prodrug. Der Körper wandelt die Substanz erst nach der Aufnahme im Darm in die wirksame Form Candesartan um. Eine erste blutdrucksenkende Wirkung zeigt sich meist innerhalb von zwei Stunden. Der volle Effekt stellt sich jedoch erst nach vier bis sechs Wochen regelmäßiger Einnahme ein.

Dosierung und richtige Einnahme von Atacand

Die Dosis von Atacand legt der Arzt individuell fest. Sie richtet sich nach der Erkrankung und danach, wie gut der Patient auf die Behandlung anspricht. Um die Dosis flexibel anpassen zu können, gibt es die Tabletten in unterschiedlichen Wirkstärken. Die Einnahme erfolgt mit einem Glas Wasser und kann zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon geschehen.

Bei Bluthochdruck (Hypertonie): Erwachsene beginnen üblicherweise mit einer Dosis von 16 mg einmal pro Tag. Reicht diese Wirkung nicht aus, kann der Arzt die Dosis auf bis zu 32 mg einmal täglich steigern. Es dauert etwa vier Wochen, bis die volle blutdrucksenkende Wirkung erreicht ist.

Bei Herzinsuffizienz: Hier beginnt die Therapie mit einer niedrigen Anfangsdosis von 4 mg einmal pro Tag. Der Arzt steigert die Dosis schrittweise, meist im Abstand von zwei Wochen, bis die Zieldosis von 32 mg täglich erreicht ist. Voraussetzung ist eine gute Verträglichkeit. In dieser Einstellungsphase müssen Blutdruck und Nierenwerte engmaschig kontrolliert werden.

Halten Sie sich genau an die ärztliche Verordnung. Die Dosis darf nicht eigenmächtig geändert werden. Setzen Sie das Medikament auch nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.

Mögliche Nebenwirkungen von Candesartan

Wie alle Arzneimittel kann auch Atacand Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Die meisten Beschwerden sind leicht und vorübergehend.

  • Häufige Nebenwirkungen: Schwindel (besonders beim Aufstehen), Kopfschmerzen, Infekte der oberen Atemwege, Rückenschmerzen und Müdigkeit.
  • Gelegentliche Nebenwirkungen: Zu niedriger Blutdruck (Hypotonie), erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie) oder eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion können vorkommen.
  • Seltene, aber ernste Nebenwirkungen: Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion auftreten. Dazu zählt ein Angioödem – eine Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, die das Atmen erschweren kann. Eine starke Verschlechterung der Nierenfunktion oder Leberprobleme, erkennbar an einer Gelbfärbung von Haut und Augen, sind ebenfalls ernste, aber seltene Reaktionen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle Nebenwirkungen, die bei Ihnen auftreten, auch über solche, die hier nicht genannt sind.

Wichtige Warnhinweise und Gegenanzeigen

Atacand ist nicht für jeden Patienten geeignet. Bestimmte Umstände oder Vorerkrankungen schließen eine Einnahme aus oder erfordern besondere Vorsicht.

Warnung zur Anwendung in der Schwangerschaft: Atacand darf keinesfalls in der Schwangerschaft angewendet werden. Das gilt besonders für das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel. Wirkstoffe, die in das Renin-Angiotensin-System eingreifen, können das ungeborene Kind schwer schädigen oder sogar töten. Bei Feststellung einer Schwangerschaft ist die Behandlung mit Atacand sofort zu beenden.

Weitere Gegenanzeigen sind:

  • Eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Candesartan Cilexetil oder andere Bestandteile des Medikaments.
  • Schwere Leberfunktionsstörungen oder ein Gallenstau (Cholestase).
  • Die gleichzeitige Einnahme mit Aliskiren-haltigen Medikamenten bei Patienten mit Diabetes mellitus oder einer Nierenfunktionsstörung.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Nierenarterienstenose, schwerer Niereninsuffizienz oder bei jenen, die durch hochdosierte Diuretika (Entwässerungstabletten) an einem Volumenmangel leiden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Die Wirkung von Atacand kann durch andere Medikamente verändert werden oder selbst die Wirkung anderer Arzneien beeinflussen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.

  • Andere blutdrucksenkende Mittel: Die Kombination kann den blutdrucksenkenden Effekt verstärken und das Risiko für einen zu starken Blutdruckabfall (Hypotonie) erhöhen.
  • Kaliumsparende Diuretika und Kaliumpräparate: Zusammen mit Atacand können diese den Kaliumspiegel im Blut gefährlich ansteigen lassen (Hyperkaliämie).
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac schwächen mitunter die Wirkung von Atacand ab. Zudem steigt das Risiko für Nierenfunktionsstörungen.
  • Lithium: Bei gleichzeitiger Einnahme kann die Konzentration von Lithium im Blut ansteigen. Das Risiko einer Lithium-Vergiftung wächst, weshalb der Lithiumspiegel sorgfältig überwacht werden muss.

Häufig gestellte Fragen zu Atacand

Wann beginnt Atacand zu wirken?

Eine erste blutdrucksenkende Wirkung setzt meist innerhalb von zwei Stunden ein. Um den Blutdruck optimal zu kontrollieren, ist jedoch eine regelmäßige Einnahme über vier bis sechs Wochen notwendig.

Kann ich Atacand mit oder ohne Essen einnehmen?

Ja, Atacand kann mit oder ohne eine Mahlzeit eingenommen werden. Nahrung beeinflusst die Aufnahme des Wirkstoffs nicht nennenswert, was die Anwendung im Alltag erleichtert.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald Sie daran denken. Ist es jedoch schon fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene aus. Nehmen Sie keinesfalls die doppelte Menge ein, um die versäumte Dosis nachzuholen.

Ist Atacand für ältere Menschen sicher?

Ja, grundsätzlich ist eine Dosisanpassung bei älteren Patienten nicht nötig. Da sie aber empfindlicher auf die blutdrucksenkende Wirkung reagieren können, ist zu Beginn Vorsicht geboten. Der Blutdruck sollte engmaschig kontrolliert werden.

Warum ist Atacand in der Schwangerschaft verboten?

Atacand ist während der gesamten Schwangerschaft streng verboten, weil es das Renin-Angiotensin-System des Fötus stört. Das kann zu schweren Fehlbildungen, Nierenversagen und zum Tod des ungeborenen Kindes führen. Dieses Risiko ist im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel besonders hoch.

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