Microzide (Hydrochlorothiazid): Diuretikum bei Hypertonie & Ödemen

Microzide ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Hydrochlorothiazid. Es zählt zu den Thiaziddiuretika, die auch als "Wasserpillen" bekannt sind. Hauptsächlich wird es zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) eingesetzt, allein oder zusammen mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten. Ein niedrigerer Blutdruck senkt das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Microzide wird auch zur Behandlung von Ödemen verwendet. Dies sind Schwellungen durch Flüssigkeit im Körpergewebe, oft als Folge von Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder Nierenerkrankungen. Das Medikament unterstützt den Körper dabei, überschüssiges Salz und Wasser auszuscheiden. So werden die Wassereinlagerungen und der Blutdruck verringert.

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Wie Microzide im Körper wirkt

Die Wirkung von Microzide beruht auf dem Effekt von Hydrochlorothiazid in den Nieren. Der Wirkstoff blockiert gezielt einen Natrium-Chlorid-Transporter in einem bestimmten Teil der Niere (distaler Tubulus). Normalerweise wird dort Salz aus dem gefilterten Blut zurückgewonnen. Durch die Blockade bleiben mehr Natrium und Chlorid im Urin. Wasser folgt dem Natrium, was zu einer erhöhten Wasserausscheidung führt – ein Prozess, der Diurese genannt wird.

Weniger Flüssigkeit im Körper senkt das Blutvolumen und damit den Druck in den Blutgefäßen. Bei einer Langzeittherapie verringert Hydrochlorothiazid zusätzlich den Widerstand der kleinen Blutgefäße, was den Blutdruck weiter senkt. Die harntreibende Wirkung setzt meist innerhalb von zwei Stunden ein und ist nach etwa vier Stunden am stärksten. Es kann jedoch mehrere Wochen dauern, bis sich die volle blutdrucksenkende Wirkung einstellt.

Anwendungsgebiete und Wirksamkeit

Ärzte verschreiben Microzide hauptsächlich für zwei Anwendungsgebiete:

  • Hypertonie (Bluthochdruck): Es ist ein bewährtes Mittel zur Langzeitbehandlung von hohem Blutdruck und kann allein oder in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten angewendet werden.
  • Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen): Es wird zur Therapie von Schwellungen eingesetzt, die im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Nierenerkrankungen oder einer Behandlung mit Kortikosteroiden und Östrogenen auftreten.

Seltener wird Hydrochlorothiazid auch zur Vorbeugung von kalziumhaltigen Nierensteinen bei Patienten mit erhöhtem Kalziumspiegel im Urin (Hyperkalziurie) oder zur Behandlung des nephrogenen Diabetes insipidus genutzt. Die harntreibende Wirkung hält meist bis zu 24 Stunden an. Deshalb genügt oft eine Einnahme pro Tag.

Richtige Einnahme und Dosierung

Die genaue Dosierung von Microzide legt der Arzt individuell fest, angepasst an die Erkrankung und die Reaktion des Patienten. Nehmen Sie die Tabletten mit oder ohne eine Mahlzeit ein. Es ist ratsam, die Dosis am Morgen einzunehmen, um häufigen nächtlichen Harndrang zu vermeiden.

Bei Bluthochdruck beträgt die übliche Anfangsdosis für Erwachsene 12,5 mg oder 25 mg einmal täglich. Falls nötig, kann die Dosis auf 50 mg pro Tag gesteigert werden. Zur Behandlung von Ödemen liegt die Dosis zwischen 25 mg und 100 mg täglich. Sobald die gewünschte Wirkung erreicht ist, kann die Dosis oft reduziert oder nur noch bei Bedarf eingenommen werden.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie es bemerken. Steht jedoch bereits die nächste reguläre Dosis an, lassen Sie die vergessene aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, um eine vergessene Dosis auszugleichen.

Mögliche Nebenwirkungen von Hydrochlorothiazid

Wie alle Medikamente kann auch Microzide Nebenwirkungen haben. Häufig treten Schwindel, Benommenheit (besonders beim Aufstehen), verstärkter Harndrang, Schwächegefühl und Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit oder Bauchschmerzen auf.

Die harntreibende Wirkung kann zu Elektrolytstörungen führen. Dazu gehören vor allem ein Mangel an Kalium (Hypokaliämie), Natrium (Hyponatriämie) oder Magnesium. Mögliche Anzeichen dafür sind Muskelschwäche oder Krämpfe. Auch Stoffwechselveränderungen sind möglich: Der Harnsäurespiegel kann steigen und bei vorbelasteten Personen einen Gichtanfall auslösen. Ebenso kann der Blutzuckerspiegel ansteigen.

Zu den schweren, aber seltenen Nebenwirkungen zählen allergische Hautreaktionen, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder eine akute Nierenschädigung. In seltenen Fällen können auch Sehstörungen wie akute Kurzsichtigkeit auftreten. Studien weisen zudem auf ein erhöhtes Risiko für bestimmte Arten von Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) bei langfristiger Einnahme hin. Kontrollieren Sie daher Ihre Haut regelmäßig und nutzen Sie ausreichenden Sonnenschutz.

Gegenanzeigen: Wann darf Microzide nicht eingenommen werden?

Microzide ist nicht für alle Patienten geeignet. Es darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

  • Anurie: Wenn keine Urinproduktion mehr stattfindet.
  • Überempfindlichkeit: Bei einer bekannten Allergie gegen Hydrochlorothiazid oder andere Sulfonamid-haltige Medikamente.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit schweren Nieren- oder Leberschäden geboten, da Thiazide diese Erkrankungen verschlimmern können. Bestehende Elektrolytstörungen müssen vor der Behandlung ausgeglichen werden. Auch Patienten mit Gicht oder Diabetes mellitus erfordern eine engmaschige ärztliche Überwachung, da Hydrochlorothiazid Harnsäure- und Blutzuckerwerte beeinflussen kann.

Wichtige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Hydrochlorothiazid kann mit anderen Medikamenten wechselwirken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Zu den wichtigsten Interaktionen zählen:

  • Lithium: Die Ausscheidung von Lithium kann sich verringern, was das Risiko einer Lithium-Vergiftung deutlich erhöht.
  • NSAIDs (Nichtsteroidale Antirheumatika): Medikamente wie Ibuprofen können die blutdrucksenkende und harntreibende Wirkung von Microzide abschwächen.
  • Antidiabetika: Der Blutzucker kann ansteigen, weshalb die Dosis von Insulin oder oralen Antidiabetika eventuell angepasst werden muss.
  • Andere Blutdrucksenker, Alkohol, Barbiturate: Diese können den blutdrucksenkenden Effekt verstärken und das Risiko von Schwindel beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) erhöhen.
  • Kortikosteroide: Diese können den Kaliumverlust durch Microzide verstärken und das Risiko eines Kaliummangels erhöhen.

Lagerung und Haltbarkeit

Lagern Sie Microzide bei Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C). Schützen Sie die Tabletten vor Licht und Feuchtigkeit und bewahren Sie sie nicht im Badezimmer auf. Das Medikament muss für Kinder und Haustiere unzugänglich sein. Verwenden Sie es nicht mehr nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum.

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