Zocor (Simvastatin) zur Behandlung hoher Cholesterinwerte

Zocor ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, dessen Wirkstoff Simvastatin ist. Es gehört zu den Statinen, einer Klasse von Medikamenten, die auch als HMG-CoA-Reduktase-Hemmer bekannt sind. Statine werden eingesetzt, um hohe Blutfettwerte zu behandeln und so das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

Zocor senkt gezielt das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin ("schlechtes Cholesterin") und die Triglyceride. Zugleich kann es das HDL-Cholesterin ("gutes Cholesterin") erhöhen. Indem es diese Blutfettwerte reguliert, verringert Zocor bei Risikopatienten die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

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Was ist Zocor und wofür wird es angewendet?

Zocor wird zur Behandlung der Hypercholesterinämie eingesetzt. Dieser Zustand beschreibt zu hohe Cholesterinwerte im Blut. Der Wirkstoff in Zocor ist Simvastatin, ein synthetisch hergestelltes Mittel, das die körpereigene Cholesterinproduktion hemmt.

Die Behandlung mit Zocor ergänzt in der Regel eine angepasste Ernährung, mehr Bewegung und eine Gewichtsreduktion. Zu den Hauptanwendungsgebieten zählen:

  • Primäre Hyperlipidämie: Zur Senkung von erhöhtem Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Triglyceriden sowie zur Erhöhung des HDL-Cholesterins bei Erwachsenen.
  • Familiäre Hypercholesterinämie (HeFH und HoFH): Zur Behandlung von erblich bedingten hohen Cholesterinwerten bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren.
  • Primäre Dysbetalipoproteinämie: Zur Behandlung von Erwachsenen mit dieser spezifischen Fettstoffwechselstörung.
  • Hypertriglyceridämie: Als Ergänzung zu einer Diät bei Erwachsenen mit erhöhten Triglyceridwerten.
  • Reduzierung des kardiovaskulären Risikos: Zur Verringerung des Risikos von Herzinfarkt, Schlaganfall und der Notwendigkeit von Revaskularisierungsverfahren bei Erwachsenen mit hohem Risiko für koronare Herzkrankheiten.

Wie wirkt Zocor?

Simvastatin ist ein Prodrug. Das bedeutet, es wird erst im Körper in seine aktive Wirkform umgewandelt. Nach der Einnahme gelangt es in die Leber und wird dort zur wirksamen β-Hydroxysäure-Form hydrolysiert. Diese Substanz blockiert dann ein Schlüsselenzym: die HMG-CoA-Reduktase.

Die HMG-CoA-Reduktase steuert einen frühen und entscheidenden Schritt bei der körpereigenen Cholesterinproduktion in der Leber. Indem Zocor dieses Enzym hemmt, drosselt es die Herstellung von Cholesterin. Der Körper reagiert darauf: Die Leber bildet mehr LDL-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche. Diese Rezeptoren fangen LDL-Cholesterin aus dem Blut ab und bauen es ab, wodurch der LDL-Spiegel sinkt. Simvastatin reduziert außerdem die Konzentrationen von Triglyceriden und VLDL und kann den HDL-Spiegel anheben. Eine erste Wirkung zeigt sich oft schon nach zwei Wochen. Der volle Effekt wird meist nach vier bis sechs Wochen erreicht.

Dosierung und Einnahme von Zocor

Die Dosierung von Zocor muss individuell angepasst werden. Üblicherweise beginnen Erwachsene mit einer Dosis von 10 mg oder 20 mg, die einmal täglich abends eingenommen wird. Die Einnahme am Abend ist sinnvoll, da der Körper nachts das meiste Cholesterin produziert. Je nach Blutfettwerten und Verträglichkeit kann der Arzt die Dosis im Abstand von mindestens vier Wochen anpassen.

Für die meisten Anwendungsgebiete liegt die empfohlene Höchstdosis bei 40 mg täglich. Die 80-mg-Dosis wird nur noch selten und mit großer Vorsicht verschrieben. Sie ist Patienten vorbehalten, die sie bereits über ein Jahr lang ohne muskuläre Nebenwirkungen eingenommen haben, da das Risiko für Muskelprobleme sonst erhöht ist.

Die Einnahme von Zocor kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit ausreichend Wasser. Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, lassen Sie diese aus und nehmen Sie die nächste Dosis zur regulären Zeit ein. Verdoppeln Sie die Dosis nicht.

Mögliche Nebenwirkungen

Zocor kann, wie jedes Arzneimittel, Nebenwirkungen verursachen, auch wenn nicht jeder Patient davon betroffen ist. Man unterscheidet zwischen häufigeren und selteneren, aber ernsten Reaktionen.

Häufige Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend. Zu ihnen gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit oder Durchfall
  • Infektionen der oberen Atemwege
  • Müdigkeit

Ernsthafte Nebenwirkungen treten seltener auf, erfordern aber umgehend ärztliche Behandlung. Ein besonderes Augenmerk bei Statinen liegt auf muskelbezogenen Beschwerden.

  • Myopathie und Rhabdomyolyse: Typische Anzeichen sind unerklärliche Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche. In schweren Fällen kann ein Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) die Nieren schädigen. Symptome wie dunkler Urin oder Fieber in Verbindung mit Muskelschmerzen sind Warnsignale.
  • Leberschäden: Selten können Statine die Leberenzyme erhöhen. Anzeichen für Leberprobleme sind ungewöhnliche Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch, dunkler Urin oder eine Gelbfärbung der Haut oder Augen.

Zudem wird die Einnahme von Statinen mit einem geringfügig erhöhten Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Selten können auch vorübergehende kognitive Störungen wie Gedächtnisverlust auftreten.

Gegenanzeigen: Wann darf Zocor nicht eingenommen werden?

In bestimmten Fällen darf Zocor nicht angewendet werden, da die Einnahme unsicher sein kann. Zu den Gegenanzeigen gehören:

  • Eine aktive Lebererkrankung oder ungeklärte, anhaltende Erhöhungen der Leberwerte.
  • Schwangerschaft und Stillzeit, da der Wirkstoff dem Fötus oder Säugling schaden kann.
  • Eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Simvastatin oder einen anderen Bestandteil des Medikaments.
  • Die gleichzeitige Einnahme von starken CYP3A4-Hemmern (siehe Wechselwirkungen).
  • Die gleichzeitige Einnahme von Gemfibrozil, Cyclosporin oder Danazol.

Wichtige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Der Abbau von Simvastatin im Körper erfolgt über das Leberenzym Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4). Werden gleichzeitig Medikamente eingenommen, die dieses Enzym blockieren, kann sich die Konzentration von Simvastatin im Blut stark erhöhen. Dadurch steigt das Risiko für Nebenwirkungen, allen voran für Muskelschäden (Myopathie).

Daher ist die gleichzeitige Einnahme von starken CYP3A4-Hemmern nicht erlaubt. Beispiele hierfür sind bestimmte Pilzmittel (z.B. Itraconazol, Ketoconazol), einige Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin), HIV-Proteasehemmer sowie der Konsum von mehr als einem Liter Grapefruitsaft pro Tag.

Andere Medikamente erfordern eine Dosisanpassung von Simvastatin oder besondere Vorsicht. Dazu zählen:

  • Amiodaron, Amlodipin, Verapamil, Diltiazem
  • Fibrate (außer dem kontraindizierten Gemfibrozil)
  • Niacin (in hohen Dosen)
  • Cumarin-Antikoagulanzien (z.B. Warfarin)
  • Colchicin

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker immer über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie verwenden. Nur so können riskante Wechselwirkungen vermieden werden.

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