Lexapro (Escitalopram): Informationen zu Anwendung und Wirkung

Lexapro ist ein Antidepressivum mit dem Wirkstoff Escitalopram. Es gehört zur Medikamentenklasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SSRI. Ärzte setzen es hauptsächlich zur Behandlung von schweren depressiven Episoden und generalisierten Angststörungen ein. Escitalopram erhöht den Serotoninspiegel im Gehirn und hilft dabei, das chemische Gleichgewicht wiederherzustellen. Dies kann die Stimmung verbessern und Angstsymptome lindern. Der Wirkstoff gilt als sehr selektiv, was im Vergleich zu älteren Antidepressiva oft zu weniger Nebenwirkungen führt.
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Wie wirkt Lexapro im Gehirn?

Die Wirkung von Escitalopram gegen Depressionen und Ängste entsteht durch eine verstärkte Aktivität des Botenstoffs Serotonin im zentralen Nervensystem. Als selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) blockiert der Wirkstoff den Serotonin-Transporter (SERT) direkt an den Nervenzellen. Dieser Transporter hat die Aufgabe, Serotonin aus dem synaptischen Spalt – dem Raum zwischen den Nervenzellen – zurück in die Zelle zu transportieren.

Durch die Blockade des Transporters bleibt mehr Serotonin im synaptischen Spalt verfügbar. Das verbessert die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Man nimmt an, dass diese erhöhte Serotoninverfügbarkeit entscheidend zur Regulierung der Stimmung beiträgt und depressive Symptome sowie Ängste lindert. Escitalopram wirkt dabei sehr gezielt auf Serotonin und hat kaum Einfluss auf andere Neurotransmitter wie Noradrenalin oder Dopamin, was seine gute Verträglichkeit erklärt.

Für welche Erkrankungen wird Lexapro eingesetzt?

Lexapro ist für die Behandlung mehrerer psychischer Erkrankungen zugelassen. Die Hauptanwendungsgebiete sind:

  • Schwere depressive Episoden (Major Depressive Disorder, MDD): Die Zulassung gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
  • Generalisierte Angststörung (GAD): Zugelassen für die Behandlung von Erwachsenen und Kindern ab 7 Jahren.

Ärzte verschreiben Lexapro auch "off-label" für weitere Erkrankungen, bei denen es sich als wirksam gezeigt hat. Dazu gehören die Panikstörung, die Zwangsstörung (OCD) und die soziale Angststörung (Sozialphobie). Weitere Off-Label-Anwendungen sind die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS).

Richtige Dosierung und Einnahme

Die Dosis von Lexapro wird vom Arzt für jeden Patienten individuell festgelegt. Die Tabletten werden einmal täglich eingenommen, entweder morgens oder abends. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Standarddosierung für Erwachsene: Bei schweren depressiven Episoden und bei der generalisierten Angststörung liegt die übliche Anfangs- und Erhaltungsdosis bei 10 mg pro Tag. Der Arzt kann die Dosis nach mindestens einer Woche auf die Maximaldosis von 20 mg täglich erhöhen, falls dies notwendig ist und gut vertragen wird.

Spezielle Patientengruppen:

  • Ältere Patienten (über 65 Jahre): Hier wird eine Anfangsdosis von 5 mg täglich empfohlen. Die Höchstdosis sollte 10 mg pro Tag nicht überschreiten, da der Wirkstoff langsamer abgebaut wird.
  • Patienten mit Leberfunktionsstörung: Für die ersten zwei Wochen wird eine Anfangsdosis von 5 mg täglich nahegelegt. Die Maximaldosis liegt bei 10 mg täglich.
  • Langsame Metabolisierer von CYP2C19: Personen mit einer bekannten langsamen Verstoffwechslung über das Enzym CYP2C19 sollten mit 5 mg täglich beginnen und eine Dosis von 10 mg pro Tag nicht überschreiten.

Wurde eine Dosis vergessen, sollte die nächste Tablette zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Eine vergessene Dosis darf nicht durch die Einnahme einer doppelten Dosis nachgeholt werden. Die Behandlung darf zudem nicht plötzlich beendet werden, da dies zu Absetzsymptomen führen kann. Stattdessen wird die Dosis schrittweise über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen reduziert.

Häufige und schwerwiegende Nebenwirkungen

Die Einnahme von Lexapro kann Nebenwirkungen verursachen, aber nicht jeder Patient ist davon betroffen. Viele der häufigeren Begleiterscheinungen sind mild und lassen nach den ersten Behandlungswochen nach, sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Übelkeit (vor allem zu Beginn der Therapie)
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen oder Schläfrigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Müdigkeit
  • Sexuelle Funktionsstörungen (z. B. geringere Libido, Ejakulationsstörungen)

Seltener treten schwerwiegende Nebenwirkungen auf, die umgehend ärztliche Hilfe erfordern. Wie andere Antidepressiva trägt Lexapro einen Warnhinweis der Zulassungsbehörden bezüglich eines erhöhten Risikos für suizidale Gedanken und suizidales Verhalten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine engmaschige Beobachtung auf eine Verschlechterung des Zustands oder auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen ist zu Beginn der Therapie und bei Dosisanpassungen sehr wichtig.

Eine seltene, aber ernste Komplikation ist das Serotonin-Syndrom. Es entsteht durch eine übermäßige Konzentration von Serotonin. Symptome reichen von Unruhe und Zittern bis hin zu hohem Fieber, Muskelsteifheit oder Krampfanfällen. Weitere Risiken sind die Auslösung einer Manie, Krampfanfälle, ein Abfall des Natriumspiegels im Blut (Hyponatriämie) und eine erhöhte Blutungsneigung.

Gegenanzeigen: Wann darf Lexapro nicht eingenommen werden?

Bestimmte Umstände oder Vorerkrankungen verbieten die Einnahme von Lexapro. Man spricht hier von Kontraindikationen.

  • Überempfindlichkeit: Das Medikament darf nicht bei einer bekannten Allergie gegen Escitalopram, Citalopram oder andere Inhaltsstoffe der Tablette eingenommen werden.
  • Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern: Die Kombination mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAOIs) ist strengstens untersagt. Es besteht ein hohes Risiko für ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom. Zwischen dem Ende einer MAOI-Therapie und dem Beginn mit Lexapro muss ein Abstand von mindestens 14 Tagen liegen.
  • Gleichzeitige Einnahme von Pimozid: Die Kombination mit diesem Antipsychotikum ist wegen des Risikos für schwere Herzrhythmusstörungen (QT-Intervall-Verlängerung) ebenfalls verboten.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte, einer bipolaren Störung oder einem Engwinkelglaukom geboten.

Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen

Escitalopram kann mit anderen Medikamenten interagieren. Solche Wechselwirkungen können die Wirkung verändern oder das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Patienten sollten ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente informieren, auch über rezeptfreie Mittel und pflanzliche Präparate.

Wichtige Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit:

  • Anderen serotonergen Arzneimitteln: Die Einnahme zusammen mit Triptanen, Tramadol, Lithium, Johanniskraut oder anderen SSRIs steigert das Risiko eines Serotonin-Syndroms.
  • Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern: Bestimmte Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, einige Antipsychotika oder Antibiotika können in Kombination mit Lexapro die Gefahr von Herzproblemen erhöhen.
  • Blutverdünnenden Mitteln: Die gleichzeitige Anwendung von Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmern oder NSAR (wie Ibuprofen oder Aspirin) kann das Blutungsrisiko vergrößern.
  • Alkohol: Auf Alkoholkonsum sollte verzichtet werden, da dieser die dämpfenden Effekte auf das Gehirn verstärken kann.
  • CYP2C19-Inhibitoren: Wirkstoffe wie Omeprazol können den Blutspiegel von Escitalopram erhöhen, was eine Dosisanpassung notwendig machen kann.

Hinweise zur Lagerung

Escitalopram-Tabletten sollten bei Raumtemperatur zwischen 20 °C und 25 °C aufbewahrt werden. Lagern Sie das Medikament an einem trockenen Ort, geschützt vor Licht und Feuchtigkeit. Das Badezimmer ist aufgrund der Feuchtigkeit kein guter Aufbewahrungsort. Es ist wichtig, das Arzneimittel immer in der Originalverpackung und für Kinder und Haustiere unzugänglich aufzubewahren.

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