Altace (Ramipril): Anwendung bei Bluthochdruck & Herzleiden

Altace ist der Markenname für den Wirkstoff Ramipril. Das Medikament gehört zur Gruppe der Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, auch ACE-Hemmer genannt. Ärzte verschreiben es häufig bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Altace senkt den Blutdruck und entlastet das Herz. Dadurch verringert es das Risiko für schwere Ereignisse wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Das Medikament behandelt nicht nur Bluthochdruck (Hypertonie). Es unterstützt auch Patienten nach einem Herzinfarkt, die Symptome einer Herzinsuffizienz aufweisen. Zudem wird es zur Risikosenkung bei Personen über 55 Jahren mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko eingesetzt. Bei Diabetikern kann es das Fortschreiten einer Nierenerkrankung verlangsamen.

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Wie wirkt Altace im Körper?

Die Wirkung von Altace beruht auf der Hemmung des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE). Dieses Enzym ist Teil des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS), einem körpereigenen Hormonsystem zur Regulierung des Blutdrucks. Der Wirkstoff Ramipril blockiert das ACE und verhindert so die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II.

Angiotensin II ist eine äußerst wirksame Substanz. Sie verengt die Blutgefäße (Vasokonstriktion), was den Blutdruck ansteigen lässt. Außerdem stimuliert sie die Freisetzung von Aldosteron. Dieses Hormon bewirkt, dass der Körper Salz und Wasser zurückhält, was das Blutvolumen und den Blutdruck zusätzlich erhöht. Indem Altace die Bildung von Angiotensin II unterbindet, weiten sich die Blutgefäße (Vasodilatation) und die Aldosteron-Ausschüttung sinkt. Der Blutdruck fällt und das Herz wird entlastet.

Ein Nebeneffekt der ACE-Hemmung ist der Anstieg von Bradykinin. Diese körpereigene Substanz wirkt ebenfalls gefäßerweiternd und unterstützt die blutdrucksenkende Wirkung. Allerdings gilt dieser Mechanismus auch als Ursache für eine häufige Nebenwirkung von ACE-Hemmern: den trockenen Reizhusten.

Anwendungsgebiete von Ramipril

Altace wird zur Behandlung und Vorbeugung mehrerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen verwendet. Zu den wichtigsten Indikationen zählen:

  • Bluthochdruck (Hypertonie): Es kann allein oder zusammen mit anderen Blutdrucksenkern, etwa Thiazid-Diuretika, zur Blutdruckkontrolle eingesetzt werden.
  • Herzinsuffizienz nach Herzinfarkt: Bei stabilen Patienten mit Anzeichen einer Herzschwäche nach einem akuten Infarkt kann Altace das Sterberisiko und die Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten senken.
  • Reduzierung des kardiovaskulären Risikos: Es wird zur Vorbeugung bei Patienten ab 55 Jahren mit hohem Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall eingesetzt, zum Beispiel bei bestehender koronarer Herzkrankheit oder Diabetes mit weiteren Risikofaktoren.
  • Diabetische Nierenerkrankung (Nephropathie): Ramipril kann bei Diabetikern die Entstehung oder das Fortschreiten von Nierenschäden verlangsamen, da es die Nierendurchblutung verbessert.

Einnahme und Dosierung von Altace

Die Dosierung von Altace wird vom Arzt für jeden Patienten individuell festgelegt. Sie richtet sich nach der Erkrankung, dem Ansprechen auf die Therapie und der Nierenfunktion. Es ist sehr wichtig, die ärztlichen Anweisungen genau zu befolgen.

Ändern Sie Ihre Dosis niemals eigenmächtig. Beenden Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt. Eine konsequente Einnahme ist für den Therapieerfolg entscheidend.

Die typische Anfangsdosis bei Bluthochdruck liegt bei 2,5 mg einmal täglich. Der Arzt kann die Dosis stufenweise, meist in Abständen von ein bis zwei Wochen, auf eine Erhaltungsdosis zwischen 2,5 mg und 20 mg pro Tag erhöhen.

Zur Risikoreduktion wird oft mit 2,5 mg täglich begonnen. Die Dosis wird dann über mehrere Wochen auf die Zieldosis von 10 mg täglich gesteigert.

Nach einem Herzinfarkt startet die Behandlung üblicherweise mit 2,5 mg zweimal täglich. Das Ziel ist eine Steigerung auf 5 mg zweimal täglich.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine Anpassung der Dosis notwendig. Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Sie sollten jedoch täglich etwa zur gleichen Zeit mit einem Glas Wasser geschluckt werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie jedes Medikament kann auch Altace Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten. Viele davon sind leicht und vorübergehend.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Trockener, unproduktiver Husten: Dies ist eine typische Nebenwirkung von ACE-Hemmern, die sehr hartnäckig sein kann.
  • Schwindel oder Benommenheit: Tritt besonders zu Beginn der Behandlung oder bei Dosiserhöhungen aufgrund des Blutdruckabfalls auf.
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit: Ein allgemeines Gefühl von Schwäche kann vorkommen.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind möglich.
  • Erhöhte Kaliumwerte (Hyperkaliämie): Meistens nur leicht erhöht, aber bei Risikopatienten relevant.

Schwerwiegende Nebenwirkungen (erfordern sofortige ärztliche Hilfe):

Obwohl selten, können ernste Reaktionen vorkommen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie eines dieser Symptome bemerken:

  • Angioödem: Eine lebensbedrohliche Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, die das Atmen erschweren kann.
  • Starker Schwindel oder Ohnmacht: Anzeichen für einen gefährlich niedrigen Blutdruck (Hypotonie).
  • Nierenfunktionsstörungen: Zeigen sich durch veränderte Urinmengen oder Schwellungen an den Knöcheln.
  • Leberprobleme: Gelbfärbung von Haut oder Augen (Gelbsucht), dunkler Urin oder starke Bauchschmerzen.
  • Anzeichen einer Infektion: Fieber oder Halsschmerzen können auf eine Abnahme der weißen Blutkörperchen hindeuten.

Wichtige Warnhinweise und Gegenanzeigen

Altace ist nicht für jeden Patienten geeignet. Es gibt Situationen, in denen die Einnahme nicht erfolgen darf oder besondere Vorsicht geboten ist.

Nehmen Sie Altace unter keinen Umständen ein, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Schwangerschaft: ACE-Hemmer können das ungeborene Kind schwer schädigen oder töten, besonders im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel. Frauen, die schwanger sind oder es werden möchten, dürfen Altace nicht einnehmen.
  • Allergie oder Angioödem in der Vergangenheit: Wenn Sie bereits einmal auf einen ACE-Hemmer mit einer allergischen Reaktion oder einem Angioödem reagiert haben.
  • Gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente: Die Kombination mit Aliskiren (bei Diabetes oder Nierenproblemen) oder mit Sacubitril/Valsartan ist wegen des hohen Risikos für ein Angioödem verboten.
  • Schwere Nierenerkrankungen: Dies gilt insbesondere bei einer beidseitigen Nierenarterienstenose.

Vorsicht ist auch bei Patienten mit Leber- oder Nierenstörungen, Dehydration oder niedrigem Blutdruck geboten. Informieren Sie Ihren Arzt oder Anästhesisten vor einer Operation über die Einnahme von Altace.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Altace kann mit anderen Medikamenten interagieren. Teilen Sie Ihrem Arzt daher alle Arzneimittel mit, die Sie einnehmen, auch rezeptfreie. Wichtige Wechselwirkungen bestehen bei:

  • Diuretika (Entwässerungstabletten): Das Risiko für einen starken Blutdruckabfall steigt.
  • Kaliumsparende Diuretika oder Kaliumpräparate: Das Risiko für zu hohe Kaliumwerte (Hyperkaliämie) steigt.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen: Sie können die Wirkung von Altace abschwächen und das Risiko für Nierenschäden erhöhen.
  • Lithium: Die Konzentration von Lithium im Blut kann gefährlich ansteigen.
  • mTOR-Inhibitoren und Neprilysin-Inhibitoren: Das Risiko für ein Angioödem ist erhöht.

Häufig gestellte Fragen zu Altace

Wann beginnt Altace zu wirken?

Die blutdrucksenkende Wirkung beginnt meist innerhalb von ein bis zwei Stunden nach der Einnahme und ist nach drei bis sechs Stunden am stärksten. Um den Blutdruck jedoch dauerhaft zu kontrollieren, muss das Medikament in der Regel mehrere Wochen eingenommen werden.

Kann ich Altace mit Essen einnehmen?

Ja, Sie können Altace mit oder ohne eine Mahlzeit einnehmen. Nahrung beeinflusst die Aufnahme des Wirkstoffs nicht wesentlich. Es ist jedoch ratsam, die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen, um eine gleichmäßige Wirkung zu erzielen.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie daran denken. Wenn es aber schon fast Zeit für die nächste Einnahme ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Setzen Sie die Einnahme dann wie gewohnt fort. Nehmen Sie niemals die doppelte Menge ein.

Warum verursacht Altace einen trockenen Husten?

Der trockene Reizhusten ist eine bekannte Nebenwirkung von ACE-Hemmern. Man vermutet, dass er durch eine Ansammlung der Substanz Bradykinin in den Atemwegen entsteht. Diese Ansammlung ist eine direkte Folge der Enzymhemmung. Der Husten verschwindet normalerweise einige Tage oder Wochen nach dem Absetzen des Medikaments wieder.

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