Xarelto Filmtabletten mit dem Wirkstoff Rivaroxaban

Xarelto hemmt gezielt die Blutgerinnung im Körper. Es bewahrt vor Schlaganfällen und stoppt Gerinnsel in den Venen, bevor sie weiterwandern. Hier lesen Sie grundlegende Fakten zur Einnahme, Wirkungsweise sowie zu möglichen Begleiterscheinungen des Präparats. Das gibt Ihnen Orientierung für den Behandlungsalltag.
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Wofür Ärztinnen und Ärzte Xarelto verschreiben

Blutgerinnsel am falschen Ort blockieren Gefäße rasch. Das wird schnell lebensgefährlich. Genau in solchen Situationen greift Xarelto ein und hält das Blut flüssig.

Mediziner nutzen das Mittel bei verschiedenen Diagnosen:

  • Vorhofflimmern: Bei dieser Herzrhythmusstörung sinkt das Risiko für ischämische Schlaganfälle deutlich.
  • Thrombosen und Lungenembolien: Das Präparat therapiert akute Thromben in Beinen oder Lunge. Zudem beugt es Rückfällen vor.
  • Nach Operationen: Nach dem Einsatz eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks verhindert der Wirkstoff venöse Gerinnsel.
  • Gefäßerkrankungen: Zusammen mit Acetylsalicylsäure schützt es Personen mit KHK oder peripherer Arterienerkrankung vor schweren kardiovaskulären Ereignissen.

So entfaltet Xarelto seine gerinnungshemmende Wirkung

Der Wirkstoff Rivaroxaban greift direkt in die Gerinnungskaskade ein. Als direkter oraler Gerinnungshemmer stoppt er gezielt den Faktor Xa. Das hat direkte Konsequenzen im Blut.

Fehlt aktiver Faktor Xa, entsteht kein Thrombin. Ohne Thrombin bildet der Körper wiederum kein Fibrin, das Gerinnsel netzartig zusammenhält. Das Prinzip bleibt einfach: Das Blut bleibt flüssig.

Etwa zwei bis vier Stunden nach der Einnahme erreicht der Wirkstoffspiegel im Blut seinen Maximum. Die Wirkung verweilt knapp 24 Stunden.

Die richtige Dosierung von Xarelto im Alltag

Die genaue Dosis richtet sich strikt nach dem jeweiligen Einnahmegrund. Halten Sie sich stets an die Vorgaben Ihrer Praxis.

  • Bei Vorhofflimmern: Standard sind 20 mg einmal täglich. Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Menge oft auf 15 mg gesenkt.
  • Zur Behandlung von DVT und Lungenembolie: Die ersten 21 Tage erfordern 15 mg zweimal täglich. Anschließend folgt die Erhaltungsdosis von 20 mg einmal täglich.
  • Nach Hüft- oder Knie-OPs: Hier reichen meist 10 mg einmal täglich. Nach Knie-Eingriffen dauert die Gabe etwa 12 Tage, bei einer Hüft-OP rund 35 Tage.
  • Bei Gefäßproblemen (KHK/PAVK): Praxisnah sind 2,5 mg zweimal am Tag, meist kombiniert mit einer niedrigen Dosis Aspirin.

Eine Einnahme verpasst? Kein Grund zur Sorge. Bei einmal täglicher Gabe holen Sie die Dosis noch am selben Tag nach. Niemals die doppelte Menge auf einmal schlucken.

Xarelto mit oder ohne Essen einnehmen

Diesen Punkt übersehen viele Patienten. Höhere Dosierungen wie 15 mg und 20 mg erfordern zwingend eine Mahlzeit. Nahrung verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs über den Magen-Darm-Trakt messbar. Ohne Speisen gelangt spürbar weniger Substanz in die Blutbahn.

Bei kleineren Dosierungen von 2,5 mg oder 10 mg gilt das nicht. Diese Varianten schlucken Sie unkompliziert mit oder ohne Essen.

Welche Nebenwirkungen bei Xarelto auftreten können

Kein wirksames Arzneimittel bleibt ganz ohne unerwünschte Effekte. Da Rivaroxaban die Blutgerinnung herabsetzt, stehen Blutungsereignisse an erster Stelle. Man bemerkt das meist zuerst an unscheinbaren Stellen.

Typische Beschwerden sind:

  • Nasenbluten oder blutendes Zahnfleisch
  • Leichte Hämatome nach kleineren Stoßverletzungen
  • Müdigkeit sowie Schwindel
  • Magenverstimmungen oder Hautreaktionen

Es gibt Warnsignale. Dunkler Stuhl, Blut im Urin oder Schnittwunden, die unaufhörlich bluten, erfordern sofortige ärztliche Abklärung.

Wann Xarelto auf keinen Fall eingenommen werden darf

Bestimmte Voraussetzungen schließen die Anwendung komplett aus. Wer an einer aktiven, schweren Blutung leidet – etwa bei einem Magengeschwür –, darf das Präparat keinesfalls anwenden.

Weitere Gegenanzeigen:

  • Schwere Lebererkrankungen mit beeinträchtigter Blutgerinnung
  • Massiv eingeschränkte Nierenfunktion
  • Gleichzeitige Gabe anderer Blutgerinnungshemmer (ausgenommen die Umstellungsphase)
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Vor anstehenden Operationen muss das Behandlungsteam rechtzeitig informiert werden. Das Mittel wird dann rechtzeitig pausiert.

Wechselwirkungen zwischen Xarelto und anderen Medikamenten

Zahlreiche Wirkstoffe verändern die Konzentration von Rivaroxaban. Pilzmittel wie Ketoconazol oder spezielle HIV-Medikamente steigern den Spiegel deutlich. Dadurch wächst das Blutungsrisiko rasch an.

Pflanzliche Präparate wie Johanniskraut, Rifampicin oder Antiepileptika schwächen die Wirkung dagegen ab. Auch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen verstärken Magenblutungen. Stimmen Sie alle Mittel kurz in der Apotheke ab.

FAQ

Kann man die Einnahme von Xarelto einfach beenden?

Nein. Eigenmächtiges Absetzen erhöht das Risiko für Gerinnsel und Schlaganfälle schlagartig.

Was passiert, wenn eine Dosis Xarelto vergessen wurde?

Holen Sie die Tablette am selben Tag nach. Bei einmal täglicher Gabe verdoppeln Sie am Folgetag keinesfalls die Menge.

Gibt es ein Gegenmittel für Xarelto?

Ja. In Kliniken steht bei schweren Notfällen das Antidot Andexanet alfa bereit, um die Wirkung aufzuheben.

Darf man Xarelto in der Schwangerschaft nehmen?

Nein. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist das Arzneimittel nicht zulässig, da Risiken fürs Kind bestehen.

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