Lisinopril Tabletten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Lisinopril gehört zur Medikamentenklasse der Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, kurz ACE-Hemmer. Ärzte setzen es hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) und Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ein. Es kann auch die Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt verbessern.

Der Wirkstoff hemmt das ACE-Enzym. Dadurch entspannen sich die Blutgefäße, was den Blutdruck senkt und das Herz entlastet. Diese Wirkung verbessert die Pumpleistung des Herzens und kann Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen lindern. Da die Wirkung von Lisinopril etwa 24 Stunden anhält, genügt eine einmal tägliche Einnahme.

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Was ist Lisinopril und wofür wird es angewendet?

Lisinopril ist ein häufig verschriebener Wirkstoff aus der Gruppe der ACE-Hemmer. Er wird zur Behandlung verschiedener Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems eingesetzt. Zu den Hauptanwendungsgebieten gehören Bluthochdruck bei Erwachsenen sowie bei Kindern ab sechs Jahren. Weitere Indikationen sind die unterstützende Behandlung bei Herzinsuffizienz, oft in Verbindung mit anderen Medikamenten wie Diuretika, und die Anwendung nach einem akuten Herzinfarkt. Bei stabilen Patienten wird die Therapie innerhalb von 24 Stunden begonnen, um die Herzfunktion zu stärken und die Prognose zu verbessern.

Lisinopril wird auch zum Schutz der Nieren bei Patienten mit Diabetes mellitus eingesetzt (diabetische Nephropathie). Der Wirkstoff hilft dabei, die Ausscheidung von Eiweiß über den Urin zu verringern, was ein frühes Zeichen für Nierenschäden ist.

Wie wirkt Lisinopril im Körper?

Lisinopril wirkt, indem es das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) hemmt. Dieses Enzym ist Teil des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS), das den Blutdruck und den Flüssigkeitshaushalt des Körpers steuert.

Der Wirkmechanismus funktioniert in mehreren Schritten:

  • Blockade des ACE: Lisinopril unterbindet die Umwandlung des Hormons Angiotensin I in seine aktive Form, Angiotensin II.
  • Reduktion von Angiotensin II: Angiotensin II ist eine körpereigene Substanz, die Blutgefäße stark verengt (Vasokonstriktion) und die Ausschüttung des Hormons Aldosteron anregt.
  • Gefäßerweiterung: Durch die niedrigere Konzentration von Angiotensin II weiten sich die Blutgefäße (Vasodilatation). Das Herz kann das Blut leichter durch den Körper pumpen, wodurch der Blutdruck sinkt und die Belastung für das Herz abnimmt.
  • Weniger Aldosteron: Die geringere Menge an Angiotensin II führt auch zu einer reduzierten Freisetzung von Aldosteron. Dies fördert die Ausscheidung von Natrium und Wasser, während der Kaliumspiegel im Blut leicht ansteigen kann.

Die blutdrucksenkende Wirkung beginnt etwa eine Stunde nach der Einnahme. Sie erreicht ihren Höhepunkt nach ungefähr sechs Stunden und hält für etwa 24 Stunden an.

Dosierung und richtige Einnahme

Die Dosierung von Lisinopril wird vom Arzt individuell festgelegt. Sie hängt von der Erkrankung, der Blutdruckreaktion und der Verträglichkeit ab. Die Tabletten sind in Stärken von 2,5 mg bis 40 mg verfügbar.

  • Bei Bluthochdruck: Die übliche Anfangsdosis ist 10 mg einmal täglich. Die Erhaltungsdosis beträgt in der Regel zwischen 20 mg und 40 mg pro Tag.
  • Bei Herzinsuffizienz: Die Therapie startet meist mit einer niedrigen Dosis von 2,5 mg einmal täglich. Diese wird schrittweise auf die höchste verträgliche Dosis erhöht, die bei maximal 40 mg täglich liegt.
  • Nach einem Herzinfarkt: Die Behandlung beginnt mit 5 mg, gefolgt von weiteren 5 mg nach 24 Stunden. Nach 48 Stunden wird die Dosis auf 10 mg erhöht. Die Erhaltungsdosis liegt danach bei 10 mg einmal täglich.

Sie können Lisinopril mit einem Glas Wasser einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten. Für eine stabile Wirkung sollte die Einnahme jeden Tag zur gleichen Zeit erfolgen. Falls Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese nach, außer es ist bereits Zeit für die nächste. In diesem Fall lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen keine doppelte Dosis ein.

Mögliche Nebenwirkungen von Lisinopril

Lisinopril wird im Allgemeinen gut vertragen, kann aber Nebenwirkungen verursachen. Nicht jeder Patient ist davon betroffen. Zu den häufigeren Beschwerden zählen:

  • Trockener Reizhusten: Eine typische und oft hartnäckige Nebenwirkung von ACE-Hemmern.
  • Schwindel und Benommenheit: Können vor allem zu Beginn der Behandlung oder bei schnellem Aufstehen auftreten, bedingt durch den Blutdruckabfall.
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit.
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall.
Wichtiger Hinweis: Selten kommt es zu schweren Nebenwirkungen, die sofort ärztliche Hilfe erfordern. Dazu zählt das Angioödem, eine allergische Reaktion mit Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, die zu Atemnot führen kann. Weitere ernste Reaktionen sind ein starker Blutdruckabfall (Hypotonie), Nierenfunktionsstörungen oder erhöhte Kaliumwerte (Hyperkaliämie).

Gegenanzeigen und Warnhinweise

In bestimmten Fällen darf Lisinopril nicht eingenommen werden. Zu den absoluten Gegenanzeigen gehören:

  • Eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Lisinopril oder einen anderen ACE-Hemmer.
  • Ein in der Vergangenheit aufgetretenes Angioödem im Zusammenhang mit einer ACE-Hemmer-Therapie.
  • Angeborenes oder idiopathisches Angioödem.
  • Schwangerschaft, besonders im zweiten und dritten Drittel, da der Wirkstoff das ungeborene Kind schädigen kann.
  • Gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren-haltigen Medikamenten bei Patienten mit Diabetes oder Nierenfunktionsstörungen.
  • Gleichzeitige Einnahme von Sacubitril/Valsartan, da dies das Risiko für ein Angioödem erhöht.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Lisinopril kann mit anderen Medikamenten interagieren. Dies kann deren Wirkung verändern oder das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Diuretika (Entwässerungstabletten): Das Risiko für einen starken Blutdruckabfall kann sich erhöhen. Kaliumsparende Diuretika steigern zusätzlich das Risiko einer Hyperkaliämie.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac können die blutdrucksenkende Wirkung von Lisinopril abschwächen und Nierenprobleme begünstigen.
  • Kaliumpräparate und kaliumhaltiger Salzersatz: Der Kaliumspiegel im Blut kann auf gefährliche Werte ansteigen.
  • Lithium: Die Konzentration von Lithium im Blut kann zunehmen und zu toxischen Effekten führen.
  • Antidiabetika: Das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann steigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist die häufigste Nebenwirkung von Lisinopril?

Eine der bekanntesten und häufigsten Nebenwirkungen von Lisinopril ist ein trockener, hartnäckiger Reizhusten. Er tritt bei einigen Patienten auf und kann so belastend sein, dass ein Wechsel zu einem anderen Medikament notwendig wird.

Kann ich Lisinopril mit Nahrung einnehmen?

Ja, die Einnahme von Lisinopril ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich. Die Aufnahme des Wirkstoffs wird durch Nahrung nicht nennenswert beeinflusst. Wichtiger ist die regelmäßige Einnahme zur selben Tageszeit.

Was soll ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?

Sollten Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken. Wenn es aber schon fast Zeit für die nächste Einnahme ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus und setzen Sie Ihr normales Schema fort. Verdoppeln Sie die nächste Dosis auf keinen Fall.

Ist Lisinopril während der Schwangerschaft sicher?

Nein, Lisinopril darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, insbesondere nicht im zweiten und dritten Trimester. ACE-Hemmer können den Fötus schwer schädigen oder sogar zu dessen Tod führen. Bei Feststellung einer Schwangerschaft muss die Einnahme sofort beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden.

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