Farxiga (Dapagliflozin): Wirkung bei Diabetes und Herz

Farxiga, mit dem Wirkstoff Dapagliflozin, ist ein orales Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Als SGLT2-Hemmer senkt es den Blutzucker, indem es die Ausscheidung von überschüssigem Zucker über den Urin erhöht. Farxiga bietet zudem einen nachgewiesenen Schutz für Herz und Nieren. Deshalb wird es auch zur Risikominderung bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder einer chronischen Nierenerkrankung verschrieben.

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Was ist Farxiga (Dapagliflozin)?

Farxiga ist ein verschreibungspflichtiges Medikament in Tablettenform, das den Wirkstoff Dapagliflozin enthält. Es wird bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren mit Typ-2-Diabetes eingesetzt, um zusammen mit Diät und Bewegung die Blutzuckerwerte zu verbessern. Die Anwendung beschränkt sich aber nicht nur auf die Blutzuckerkontrolle. Farxiga ist auch zur Behandlung von Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung bei Erwachsenen zugelassen. Es kann das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senken und das Fortschreiten von Nierenschäden verlangsamen.

Wie wirkt Farxiga im Körper?

Die Wirkung von Dapagliflozin ist insulinunabhängig. Das Medikament hemmt gezielt das Protein SGLT2 (Natrium-Glukose-Cotransporter-2) in den Nieren. Normalerweise sorgt dieses Protein dafür, dass etwa 90 % des aus dem Blut gefilterten Zuckers (Glukose) wieder in den Körper aufgenommen werden. Farxiga blockiert SGLT2 und verhindert diese Wiederaufnahme. Der überschüssige Zucker wird stattdessen über den Urin ausgeschieden, was den Blutzuckerspiegel direkt senkt.

Mit dem Zucker werden auch Kalorien ausgeschieden, was zu einer leichten Gewichtsabnahme führen kann. Zusätzlich hat Farxiga einen harntreibenden Effekt, die sogenannte osmotische Diurese. Dabei wird vermehrt Wasser aus dem Körper transportiert, was den Blutdruck leicht senken kann. Diese kombinierten Wirkungen entlasten das Herz-Kreislauf-System und können die Nieren vor Schäden durch hohen Druck schützen. Darauf beruht der Schutz für Herz und Nieren.

Richtige Einnahme und Dosierung

Farxiga wird einmal täglich eingenommen, am besten morgens. Die Einnahme ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich. Die Tablette sollte unzerkaut geschluckt werden.

  • Typ-2-Diabetes: Die Behandlung beginnt üblicherweise mit 5 mg einmal täglich. Falls eine stärkere Blutzuckersenkung nötig ist und das Medikament gut vertragen wird, kann der Arzt die Dosis auf 10 mg einmal täglich erhöhen.
  • Herzinsuffizienz und chronische Nierenerkrankung: Die Dosis beträgt 10 mg einmal täglich.

Die Tageshöchstdosis von 10 mg darf nicht überschritten werden. Halten Sie sich genau an die Anweisungen Ihres Arztes. Achten Sie während der Einnahme von Farxiga darauf, ausreichend zu trinken, um einer Dehydrierung vorzubeugen.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Einnahme von Farxiga kann Nebenwirkungen hervorrufen, die aber nicht bei jedem Patienten auftreten. Viele davon stehen in direktem Zusammenhang mit der Wirkungsweise des Medikaments.

Häufige Nebenwirkungen umfassen:

  • Genitale Pilzinfektionen (bei Frauen und Männern)
  • Harnwegsinfektionen
  • Häufigeres Wasserlassen
  • Verstärkter Durst
  • Rückenschmerzen

Ernsthafte, aber seltenere Nebenwirkungen erfordern sofortige ärztliche Hilfe:

  • Diabetische Ketoazidose (DKA): Ein lebensbedrohlicher Zustand, der auch bei unauffälligen Blutzuckerwerten möglich ist. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen sowie starke Müdigkeit und Atemnot.
  • Fournier-Gangrän: Eine seltene, aber sehr ernste bakterielle Infektion im Genital- und Dammbereich. Anzeichen umfassen Schmerzen, Rötung oder Schwellungen in diesem Bereich, oft begleitet von Fieber.
  • Akute Nierenschädigung: Kann als Folge von starkem Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung) auftreten.
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung): Das Risiko ist bei alleiniger Einnahme von Farxiga gering. Es steigt jedoch deutlich an, wenn es zusammen mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen angewendet wird.
Bei Anzeichen einer schweren Nebenwirkung oder einer allergischen Reaktion (z. B. Schwellungen im Gesicht, Atembeschwerden) ist umgehend ein Arzt zu konsultieren.

Gegenanzeigen: Wer sollte Farxiga nicht einnehmen?

Farxiga ist nicht für alle Patienten geeignet. Es darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

  • Bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff Dapagliflozin oder einen anderen Bestandteil des Medikaments.
  • Schwere Nierenfunktionsstörung oder bei Patienten, die eine Dialyse benötigen.

Farxiga ist außerdem nicht für die Behandlung von Typ-1-Diabetes zugelassen. Bei diesen Patienten besteht ein höheres Risiko für eine diabetische Ketoazidose. Vor dem Behandlungsstart prüft der Arzt die Nierenfunktion und den Flüssigkeitshaushalt des Patienten. Dies ist besonders bei älteren Menschen und bei Patienten, die bereits Diuretika einnehmen, wichtig.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie verwenden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der gleichzeitigen Einnahme mit:

  • Diuretika (Entwässerungstabletten): Das Risiko für einen Flüssigkeitsmangel und niedrigen Blutdruck kann sich erhöhen.
  • Insulin oder Sulfonylharnstoffe: Die Kombination steigert das Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie). Gegebenenfalls muss die Dosis dieser Medikamente angepasst werden.
  • Lithium: SGLT2-Hemmer können den Lithiumspiegel im Blut senken. Daher kann eine Überwachung des Spiegels notwendig werden.

Lagerung und Haltbarkeit

Lagern Sie Farxiga bei Raumtemperatur (20 °C bis 25 °C). Bewahren Sie das Medikament in der Originalverpackung auf, um es vor Feuchtigkeit zu schützen. Das Badezimmer ist kein geeigneter Lagerort. Arzneimittel müssen immer außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden. Benutzen Sie Farxiga nicht mehr nach dem auf der Packung aufgedruckten Verfallsdatum.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich Farxiga mit oder ohne eine Mahlzeit einnehmen?

Ja, Sie können Farxiga unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Die Aufnahme des Wirkstoffs wird durch Nahrung nicht wesentlich beeinflusst.

Was soll ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?

Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie das Versäumnis bemerken. Wenn jedoch bald die nächste reguläre Dosis ansteht, lassen Sie die vergessene Tablette aus und setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort. Nehmen Sie keinesfalls die doppelte Dosis ein.

Wird Farxiga nur bei Diabetes eingesetzt?

Nein. Ursprünglich wurde es für Typ-2-Diabetes entwickelt. Inzwischen ist Farxiga aber auch zur Behandlung von Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung zugelassen. Es senkt hier das Risiko für ernste Komplikationen, auch bei Patienten, die keinen Diabetes haben.

Warum erhöht Farxiga das Risiko für Harnwegsinfektionen?

Farxiga sorgt dafür, dass mehr Zucker über den Urin ausgeschieden wird. Dieser erhöhte Zuckergehalt im Harntrakt kann das Wachstum von Bakterien und Pilzen fördern, was das Risiko für Harnwegs- und genitale Infektionen steigert. Sorgfältige Hygiene im Intimbereich kann helfen, dieses Risiko zu senken.

Hat Farxiga eine blutdrucksenkende Wirkung?

Ja, Farxiga kann den Blutdruck leicht senken. Durch die erhöhte Ausscheidung von Zucker werden auch Wasser und Natrium aus dem Körper gespült. Dieser harntreibende Effekt ist meistens mild, kann aber bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Problemen ein zusätzlicher Vorteil sein.

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